Zwei chinesische Autos für die Wahlschweizer Muller und Ehrlacher

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Zwei chinesische Autos für die Wahlschweizer Muller und Ehrlacher
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, Motorsport.com Switzerland
Übersetzung: Michael Bieri, Motorsport.com Switzerland
04.04.2019, 21:47

In der Saison 2019 der WTCR, die an diesem Wochenende in Marrakesch gestartet wird, werden erstmals vier chinesischen Autos der Marke Lync & Co zum Einsatz kommen. In zwei von ihnen sitzen in der Schweiz ansässige Piloten: Yvan Muller (49), vierfacher Tourenwagen-Weltmeister, und sein schneller Neffe Yann Ehrlacher (22).

Yvan Muller, YMR Hyundai i30 N TCR
Thed Björk, Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR, Yvan Muller, Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR
Yvan Muller, Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR
Yvan Muller, Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR
Yann Ehrlacher, Cyan Performance Lynk & Co 03 TCR
Yann Ehrlacher, Cyan Performance Lynk & Co 03 TCR
Yann Ehrlacher, Cyan Performance Lynk & Co 03 TCR
Yann Ehrlacher, Cyan Performance Lynk & Co 03 TCR

Während Yvan Muller bereits seit Jahrzehnten im Kanton Wallis lebt – zunächst in Haute-Nendaz und seit zwei Jahren in Crans-Montana – ist Yann Ehrlacher, der Sohn der ehemaligen Formel-3000-Pilotin Cathy Muller, erst zu Beginn dieses Jahres in die Schweiz gekommen.

"Zuvor wohnte ich in Magny-Cours in der Nähe der Strecke, die gleichzeitig das Zuhause von Yvan Muller Racing ist. Für das Team habe ich verschieden Aufgaben im Bereich der Logistik erledigt, nachdem ich zunächst mit ihnen die LMP3-Klasse der European Le Mans Series bestritten hatte. Seit dem 1. Januar 2019 wohne ich nun offiziell in Chardonne, oberhalb von Vevey, im Kanton Waadt“, erklärte uns Yann Ehrlacher anlässlicher der offiziellen Präsentation der WTCR letzte Woche in Barcelona.

Yvan Muller, Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR

Yvan Muller, Cyan Racing Lynk & Co 03 TCR

Photo de: WTCR

"Nachdem ich nun Werkspilot im Team Cyan Racing bin, das Autos der chinesischen Marke Lync& Co einsetzt, fand ich es sinnvoll, alles entsprechend zu ordnen. Das bedeutete unter anderem, dass ich in der Nähe eines internationalen Flughafens wohnen musste, in diesem Fall der Flughafen Genf“, fügt er hinzu. "Da ich nun in Chardonne lebe, dem Ort, wo seit einigen Jahren auch meine Grossmutter wohnt, trainiere ich oft mit meinem Onkel Yvan Muller und kann so an meiner körperlichen Verfassung arbeiten. Wir fahren oft Mountainbike in den Schweizer Alpen.“

Diese Schweizer Alpen kennt Yvan Muller spätestens seit seiner Teilnahme an der Rallye du Chablais 2015, einer der grossen Veranstaltungen der Schweizer Rallye-Meisterschaft neben dem Critérium jurassien und der Rallye international du Valais.

"Ich ging bei der Rallye du Chablais mit einem Citroën DS3 R5 an den Start, musste aber leider bereits in der zweiten gezeiteten Prüfung nach einem Brand aufgeben“, ruft er uns in Erinnerung.

Yann Ehrlacher, Cyan Performance Lynk & Co 03 TCR

Yann Ehrlacher, Cyan Performance Lynk & Co 03 TCR

Photo de: WTCR

Wird Yvan Muller in Zukunft erneut bei einer Rallye in der Schweiz an den Start gehen "Momentan ist nichts in dieser Richtung geplant. Aber ich könnte es mir gut vorstellen, wenn mir ein interessantes Auto angeboten wird“, antwortete Muller, der in diesem Sommer seinen 50. Geburtstag feiern wird. Der vierfache Tourenwagen-Weltmeister (2008, 2010, 2011 und 2013) wurde am 16. August in Altkirch im Département Haut-Rhin, etwa 15 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, geboren. "Ich bin in Altkirch geboren, das stimmt, aber gelebt habe ich in Seppois, das direkt an der Grenze zum Kanton Jura liegt. Als Kind fuhr ich oft mit dem Velo nach Bonfol in der Schweiz, und Yann hat dasselbe getan“, ergänzte er und unterstrich damit seine engen Verbindungen zur Schweiz.

Gabriele Tarquini, BRC Hyundai N Squadra Corse Hyundai i30 N TCR

Gabriele Tarquini, BRC Hyundai N Squadra Corse Hyundai i30 N TCR

Photo de: WTCR

Trotz seiner fast 50 Jahren ist der amtierende Vize-Meister nicht der älteste Fahrer im Feld der WTCR. Titelverteidiger Gabriele Tarquini konnte am 2. März bereits seinen 57. Geburtstag feiern! Wie in der vergangenen Saison sitzt der Italiener auch in diesem Jahr am Steuer eines Hyundai, und erneut dürfte er einer der Piloten sein, die es zu schlagen gilt. "Ich habe letztes Jahr mit dem Titelgewinn bewiesen, dass ich nichts von meinem Speed eingebüsst habe, und ich sehe keinen Grund, warum ich in diesem Jahr langsamer sein sollte“, verriet uns Tarquini, der zwischen 1987 und 1995 für Osella, Coloni, AGS, Fondmetal und Tyrrell insgesamt 38 F1-Grand Prix bestritt und dabei als bestes Resultat einen sechsten Platz beim Grossen Preis von Mexiko 1989 vorweisen kann, bei dem die beiden McLaren-Honda von Ayrton Senna und Alain Prost auf den Plätzen 1 und 5 landeten.

"Was meine Beziehungen zur Schweiz betrifft, kann ich sagen, dass ich 1985 bei den 24 Stunden von Le Mans mit einem Porsche 956 von Walter Brun an den Start ging, und dass ich 2017 bei Hyundai Teamkollege von Alain Menu war. Alain, der fast gleich alt wie ich ist, hat ebenfalls bewiesen, dass man auch mit über 50 Jahren noch schnell sein kann“, fügte er hinzu.

 

Auf Schweizer Ebene bleibt noch anzumerken, dass der Neuenburger Uhrenhersteller TAG Heuer einer der Hauptsponsoren der WTCR ist, und dass der frühere Pilot Marc Duez, der neben dem belgischen Pass seit seiner Heirat mit der Genfer Pilotin Florence L’Huillier auch den Schweizer Pass besitzt, bei allen Läufen der WTCR als "Driver Advisor“ amtieren wird. Er wird als eine Art Schiedsrichter nach Zwischenfällen über mögliche Sanktionen entscheiden. Und in der WTCR können Unfälle sehr spektakulär ablaufen – wie etwa bei der berühmten Massenkarambolage im vergangenen Jahr in Villa Real, die sich über die sozialen Netzwerke in Windeseile verbreitete. 

 
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