Vettel skeptisch über erste Punkte in Imola: "Gehören nicht dahin"

Zum ersten Mal seit dem vergangenen August steht Sebastian Vettel wieder auf einem einstelligen Startplatz, er weiß aber: "Wir gehören nicht dahin"

"Es war besser als vor zwei Wochen", sagt Sebastian Vettel nach seinem Q3-Einzug beim Qualifying in Imola Formel 1 2022 live im Ticker, der etwas überraschend zustande kam, wie auch der Deutsche eingestehen kann. Denn im bisherigen Saisonverlauf sah es nicht danach aus, als sei der Aston Martin für Top-10-Platzierungen gut.

Doch im verregneten Qualifying von Imola bot sich für Vettel die große Chance. Der Deutsche mogelte sich etwas durch Q1 und Q2 und konnte am Ende zumindest den neunten Platz einfahren. Das ist angesichts der gezeigten Leistungen in Australien schon als Erfolg zu werten. Denn Vettel weiß auch: "Wir gehören eigentlich nicht dahin."

Beim Blick in den verregneten Himmel der Emilia-Romagna wusste der viermalige Weltmeister eigentlich gar nicht so recht, wie er sich fühlen sollte. Zwar würfelt Regen im Normalfall alles etwas durcheinander, was er heute auch getan hat, doch für Vettel gibt es zwei gegensätzliche Theorien.

"Einerseits rückt alles enger zusammen, andererseits wenn ein gutes Auto gut ist, ist es im Regen noch besser, und wenn es schlecht ist, ist es im Regen noch schwieriger zu fahren", sagt er bei 'Sky'. Und da Vettel aktuell noch das Vertrauen in sein Auto fehlt, waren die Vorzeichen eigentlich schlecht.

"Ich hatte Zeit gebraucht, auch heute früh, um irgendwie in den Rhythmus zu kommen", gibt er zu. Teamkollege Lance Stroll habe sich bei den abtrockenden Bedingungen etwas leichter getan. "Aber als ich dann meinen Rhythmus hatte, lief es eigentlich sehr gut."

Einen Rhythmus aufzubauen war angesichts von fünf roten Flaggen im Qualifying aber schwierig. Trotzdem schaffte es Vettel mit einer späten guten Runde als Elfter durch Q1. In Q2 setzte Vettel dann früh eine ausreichende Zeit, die von der Konkurrenz aufgrund des einsetzenden Regens nach der Unterbrechung wegen des Unfalls von Carlos Sainz nicht mehr geknackt werden konnte.

Fehler kostet bessere Platzierung

Da der Spanier nicht mehr an Q3 teilnehmen konnte, stand fest, dass Vettel mindestens Neunter werden würde. Doch bei diesem Platz blieb es auch, denn mehr als eine Halbgas-Runde mit drei Sekunden Rückstand kam nicht zustande.

"Ich hatte so die erste Runde, wo ich einfach rumgerollt bin, und ich wollte dann in der zweiten, als ich wusste, dass die Reifen im richtigen Fenster sind, attackieren", schildert Vettel. "Das war ein bisschen zu viel attackiert in der ersten Ecke und ich habe mich verbremst." Eine weitere Chance auf Verbesserung bekam Vettel durch zwei weitere rote Flaggen nicht mehr.

"Das war jetzt natürlich am Ende kein Höhepunkt", gibt er zu. "Aber wichtig war, dass der erste Run in Q2 gut gepasst hat. Der hat uns letzen Endes in Q3 gebracht, und da waren wir länger nicht mehr." Präzise gesagt: In Katar 2021 schaffte es Aston Martin letztmals in Q3, Platz neun ist sogar der beste Startplatz Vettels seit Spa-Francorchamps.

Erste Punkte des Jahres?

Natürlich weckt das bei Aston Martin die Hoffnungen, an diesem Wochenende die ersten Saisonpunkte zu holen. Dafür gibt es sogar gleich zwei Chancen, da auch im Sprintrennen am Samstag bis Platz acht Punkte vergeben werden.

Doch Vettel gibt sich noch skeptisch: "Ich glaube, wenn man jetzt die ersten drei Rennen nimmt, wird es für uns schwer, den Platz zu halten", sagt er und sieht noch schnellere Autos wie Mercedes hinter sich. "Und im Moment wissen wir nicht so richtig, wo wir am Wochenende, was die Pace angeht, stehen."

"Aber wir stehen jetzt halbwegs vorne drin und wollen da auch bleiben, also hoffe ich, dass es morgen gut geht", sagt er. "Schauen wir mal, was die Reifen machen und wie wir zurechtkommen. Natürlich ist das Hauptziel das Rennen am Sonntag. Aber wenn wir morgen jetzt mit dem neuen Punktesystem etwas mitnehmen können, dann ist es gut für uns."

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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