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F1-Kolumne von Stoffel Vandoorne: McLaren fehlt es an Topspeed

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F1-Kolumne von Stoffel Vandoorne: McLaren fehlt es an Topspeed
Stoffel Vandoorne
Autor: Stoffel Vandoorne
04.11.2017, 09:28

McLaren-Fahrer Stoffel Vandoorne schildert in seiner neuen Kolumne auf Motorsport.com, wie sehr sein Team in Mexiko unter dem Topspeed-Defizit litt.

Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren
Sebastian Vettel, Ferrari SF70H and Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32 battle
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Marcus Ericsson, Sauber C36, Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32, Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-17
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Pit board for Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren MCL32

Schon vor meiner Anreise nach Mexiko wusste ich: Ein ideales Wochenende würde es nicht werden. Aus taktischen Gründen hatten wir durch den Austausch von technischen Komponenten nämlich einige Strafversetzungen in Kauf genommen.

Wir hatten zwar erst in Austin den Motor gewechselt, doch der Plan sah stets vor, in Mexiko einen neuen Antriebsstrang zu verwenden. Wir gingen schließlich davon aus, in Mexiko-Stadt nicht besonders konkurrenzfähig zu sein. Priorität hatte daher, die beiden letzten Rennen des Jahres in Brasilien und Abu Dhabi vorzubereiten. Dort dürften wir hoffentlich wieder besser aussehen.

Für mich begann das Wochenende im ersten Training nicht sehr gut. Wir hatten gerade zwei Installationsrunden absolviert, dann stellten wir ein Problem mit dem Motor fest. Leider sprangen so keine weiteren Runden mehr für mich heraus. Wir verloren die komplette Einheit, weil wir einen älteren Motor einbauen mussten – ein Triebwerk, das ich bereits in Austin verwendet hatte.

Auch das zweite Training war schwierig. Wir hatten erneut große Probleme auf der Motorenseite. Ich fand schier keine gute Balance. Außerdem fuhren wir gleich mit viel Sprit, weil uns schon klar war, dass wir im Qualifying nicht auf Zeit fahren würden. Da erschien es uns wichtiger zu sein, uns auf das Rennen vorzubereiten.

Über Nacht wurde viel Arbeit investiert, um die Probleme beim Motor in den Griff zu kriegen. Auch bei der Balance machten wir große Fortschritte. Im dritten Training fühlte ich mich sofort wohler im Auto. Von der ersten Runde an war die Geschwindigkeit da, zumal mit viel Sprit im Tank. Insgesamt war ich schon viel zufriedener.

Aufgrund der Motorenstrafen blühte mir ein Startplatz weit hinten. Daher gingen wir mit vollem Tank in den ersten Abschnitt der Qualifikation, um eine möglichst repräsentative Zeit zu fahren, die relevant für das Rennen sein würde. Anschließend nahmen wir letzte Änderungen am Set-up vor.

Es war Fernando Alonso vorbehalten, den neuen Frontflügel zu verwenden. Dennoch schien unsere Geschwindigkeit über einen Longrun vielversprechend zu sein. Dabei hatten wir vor dem Wochenende noch mit großen Schwierigkeiten gerechnet. Doch sowohl mit wenig als auch mit viel Sprit war unser Auto ziemlich gut. Hätten wir saubere Runden hingekriegt, wären damit sogar die Top 10 drin gewesen, meine ich.

So aber startete ich von Platz 19. Ich erwischte eine sehr gute erste Runde. Ich befand mich alsbald auf Rang 13, nachdem ich am Start und auf den ersten Metern einige gute Überholmanöver gezeigt hatte. In der zweiten Runde aber flog ein Sauber auf der Geraden regelrecht an mir vorbei. Danach wurde es äußerst schwierig für uns.

Wir waren zwar schneller über die komplette Runde hinweg, aber es gab keine Chance, dass wir unsererseits einen Überholversuch anstellen konnten, weil wir auf den Geraden einfach nicht schnell genug waren. Selbst Energiesparen und DRS halfen nichts: Ich kam nie nahe genug heran, um ein Manöver zu setzen.

Als Fernando zu mir aufschloss, entschied das Team, wir sollten die Positionen tauschen, damit er es versuchen konnte. Doch auch er scheiterte. Es war unmöglich.

Das virtuelle Safety-Car änderte dann alles. Leider befanden wir uns zu Beginn dieser Gelbphase gerade in der letzten Kurve. Das Kommando, an die Box zu kommen, erreichte uns sehr spät. Daher verloren wir beim Reifenwechsel mehrere Sekunden und auch einige Positionen. Das ist schade, denn Punkte waren absolut in Reichweite gewesen.

Der zweite Stint auf den Prime-Reifen war dann aber recht konkurrenzfähig. Wir waren ein bisschen schneller als der Williams von Felipe Massa. Doch auch hier kamen wir nie in eine Überholgelegenheit.

Am Ende lagen mit Kevin Magnussen, Fernando, Felipe und mir einige Autos sehr eng beisammen. Und unterm Strich war es kein ideales Rennen. Aber immerhin: Die Leistung an sich war positiv.

Als nächstes reisen wir nach Brasilien, für mich eine Premiere. Dort sollte ich wieder bessere Aussichten auf Punkte haben. Dann werde auch ich das Update-Paket bekommen, das Fernando schon hatte. Hoffentlich also gelingt es uns in Sao Paulo, beide Fahrzeuge aussichtsreich zu positionieren. Darauf freue ich mich bereits.

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