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Giovinazzis Thriller: Führungsrunden, Kollision, Strafe, WM-Punkt

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Giovinazzis Thriller: Führungsrunden, Kollision, Strafe, WM-Punkt
Autor:
Co-Autor: Edd Straw
22.09.2019, 17:50

Antonio Giovinazzi erlebte Höhen und tiefen in Singapur: Erste Alfa-Führungsrunden seit 36 Jahren, nach Unfall mit Ricciardo und einer Strafe noch Zehnter

Über dieses Rennen könnte er ein Buch schreiben. Und vielleicht war es endlich die Offenbarung, die Antonio Giovinazzi so dringend nötig gehabt hat. Am Ende des Großen Preises von Singapur 2019 darf er sich über den vierten WM-Punkt seiner Karriere freuen. Sein Aufwärtstrend hält an.

Alfa Romeo splittete die Strategien seiner beiden Fahrer im Singapur-Rennen in die Extreme: Kimi Räikkönen war nach 15 Runden einer der Ersten, die an die Box kamen. Giovinazzi, von Platz zehn aus gestartet, blieb mit am längsten draußen. Erst in Runde 34 kam er zum Boxenstopp, nachdem er mit den Spitzenreitern gekämpft hatte und mit Daniel Ricciardo aneinandergeraten war.

Das bedeutete, dass der Italiener die ersten Führungsrunden für das Alfa-Romeo seit Andrea de Cesaris beim Großen Preis von Belgien 1983 abgespult hat. "Damit hätte ich natürlich nicht gerechnet", sagt der 25-Jährige.

"Aber ich bin sehr zufrieden. Es war großartig. Ich hoffe, meine Familie hat ein paar Bilder gemacht." Er war auch der erste Fahrer seit Silverstone 2015 (Felipe Massa und Valtteri Bottas im Williams), der mit einem anderen Auto als einem Mercedes, Ferrari oder Red Bull in der Formel 1 in Führung gelegen hat.

Der späte Stopp warf ihn aber zurück. Teamchef Frederic Vasseur sagt, dass man auf eine Safety-Car-Phase gehofft habe. Diese kam, aber genau eine Runde zu spät. Alfa hatte gerade auf den harten Reifen gewechselt und nutzte die SC-Phase, um nochmal an die Box zu kommen und Giovinazzi frische weiche Reifen zu geben.

 

Es war noch mehr drin

Und so ärgert es ihn sogar ein bisschen: "Platz sieben war unser Hauptziel, vor [Lando] Norris. Aber so kann es gehen; jetzt müssen wir schauen, was wir besser machen können, und uns für das nächste Rennen steigern." Vasseur setzt sogar noch einen drauf: "Wir haben gewettet und verloren. Wir hätten Fünfter oder Sechster werden können."

Mit dem C5-Satz fuhr Giovinazzi das Rennen zu Ende. Das wäre an sich schon sensationell gewesen, doch er zeigte auch starke Überholmanöver. Am Ende sah er als Zehnter die Zielflagge, erhielt aber noch eine Strafe von zehn Sekunden. Diese änderte jedoch nichts. Der Grund: Er war in einer Safety-Car-Phase zu nahe an einem Bergungskran vorbeigefahren.

"Die Rennkommissare akzeptieren die Erklärung des Fahrers, dass er seines Erachtens ausreichend langsam gefahren ist und sich an die vorgegebene Zeit gehalten hat", heißt es in der Begründung. "Trotzdem fuhr er dichter am Kran und den Streckenposten vorbei, als es aus deren Sicht und derjenigen des Rennleiters sicher gewesen wäre."

Während des Rennens gab es dann noch eine Kollision, die bei Daniel Ricciardo zu einem Plattfuß führte. "Danach war meine vordere linke Aufhängung ein bisschen angeknackst, was es danach schwierig gemacht hat." Vor diesem Hintergrund ist der zehnte Platz sogar noch stärker zu bewerten. "Das war das Beste, was wir erreichen konnten."

 

Ricciardo will sich bei Giovinazzi entschuldigen

Ricciardo sagt, dass die Kollision sein Rennen "zerstört" hätte. Allerdings ist er nicht sauer: "Ich hatte schon zu dem Zeitpunkt nicht das Gefühl, dass es seine oder meine Schuld gewesen wäre. Es war einfach ein unglücklicher Vorfall. Ein bisschen durchdrehende Räder am Ausgang und dann in ihn hinein gerutscht. Kommt vor."

Nachdem er sich mit den Journalisten die Kollision genau angesehen hat, sagt er prompt: "Ich werde zu ihm gehen. Das war keine Intention, aber ich werde ihn sehen. Lance [Stroll] war nicht Mann genug, sich für [die Startkollision in] Spa zu entschuldigen. Ich werde in jedem Fall zu Giovinazzi gehen und sagen, was ich sagen muss."

Cockpit für 2020 gesichert?

In jedem Fall war es für Giovinazzi vielleicht endlich das Highlight, das er in seiner ersten Formel-1-Saison bringen musste. Nach einer harzigen ersten Saisonhälfte geht es in letzter Zeit immer weiter bergauf; drei seiner bisher vier Punkte holte er in Monza und Singapur.2

"Um ehrlich zu sein, war der Speed schon lange da", sagt er. "Seit Paul Ricard bin ich immer dicht an Kimi dran gewesen - immerhin ein früherer Weltmeister. Mal war ich ein bisschen vorn und mal ein bisschen hinten. Das Rennen war bislang vielleicht eher das Problem, aber es wird immer besser. Ich bin mir sicher, dass ich mich mit mehr Erfahrung noch mehr verbessern kann."

Ob es das ist, was das Team von ihm verlangt hat? "Ja. Ich muss einfach so weitermachen und dann bin ich mir sicher, dass es fürs nächste Jahr okay aussieht."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Singapur
Subevent Rennen
Autor Heiko Stritzke