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Russell nimmt Albon in Schutz: Druck auf Red-Bull-Junioren zu hoch?

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Russell nimmt Albon in Schutz: Druck auf Red-Bull-Junioren zu hoch?
Autor:
Co-Autor: Edd Straw
19.04.2019, 07:59

George Russell kann verstehen, wieso es bei Toro Rosso häufiger zu Unfällen wie bei Alexander Albon in China kommt, und verspürt bei Mercedes nicht so einen Druck

Das Red-Bull-Juniorenprogramm gilt als eines der härtesten der Formel 1. Wer keine Leistung bringt, der fliegt raus. Das mag zwar auch für andere Nachwuchsförderungen so gelten, doch kein Programm gilt in der Branche als so unerbittlich wie das bei Red Bull. Und das sorgt für enormen Druck bei den Youngstern - und dadurch passieren Fehler, meint George Russell.

Toro Rosso gehörte in den vergangenen Jahren zu dem Rennstall, bei dem die meisten Unfälle passiert sind. Erst am vergangenen Wochenende von China zerstörte Rookie Alexander Albon seinen Boliden im Training so stark, dass er das Qualifying verpasste und so vom letzten Platz aus starten musste.

Die hohe Unfallquote dürfte zwar zum einen daran liegen, dass der Rennstall im Grunde nur Rookies einsetzt, doch der hohe Druck auf den Piloten spielt ebenfalls eine Rolle, sagt Russell: "Jeder weiß um den Druck, der auf den Red-Bull-Piloten lastet, von daher kann man verstehen, warum sie jedes Mal 120 Prozent geben, wenn sie einen Fuß ins Auto setzen", so der Brite.

Russell: Bei Mercedes entspannter

Vor allem Motorsport-Konsulent Helmut Marko gilt als harter Hund. Wer es sich mit ihm verscherzt, der sitzt ganz schnell auf der Straße - davon können schon einige Piloten ein Lied singen. "Es ist einfach brutaler als sonst", sagt Russell, der selbst bei Mercedes unter Vertrag steht und laut eigener Aussage nicht diesen großen Druck spüre.

Toto Wolff, George Russell

Toto Wolff war Russell auch nach einem schlechten Rennen nicht böse

Foto: LAT

Zwar weiß auch er, dass Mercedes ihn nicht behalten wird, wenn er keine Leistung bringen sollte, dennoch hält er die Lage für entspannter. Als er in der GP3-Serie und in der Formel 2 in den Vorjahren die Auftaktrennen in den Sand setzte, war ihm bei Mercedes niemand böse.

"Toto (Wolff) sagte: 'Mach dir keinen Kopf. Es war das erste Rennen, die Saison ist noch lang. Stell einfach sicher, dass du es beim nächsten Mal besser machst'", erinnert sich der Williams-Pilot. "Eigentlich hatte ich einen Anschiss erwartet, als ich in sein Büro gegangen bin."

Immer wieder Negativbeispiele

Russell ist kein Freund davon, den Piloten noch größeren Druck zu machen, als sie ohnehin schon auf sich selbst legen. "Es gibt keinen Grund, sich selbst unter mehr Druck zu setzen, nur um jemanden zu beeindrucken. Mein Ziel ist es sowieso, immer das Beste herauszuholen. Und wenn mir das gelingt, dann bin ich glücklich."

Er betont, dass er natürlich nicht für die Red-Bull-Junioren sprechen kann, doch das sei der Eindruck, der in der Vergangenheit entstanden ist. Zwar hat Toro Rosso erfolgreiche Piloten wie Sebastian Vettel, Max Verstappen oder Daniel Ricciardo zu Red Bull gebracht, doch in der jüngeren Geschichte gibt es auch einige Negativbeispiele.

Scott Speed und Jaime Alguersuari wurden nach Streitigkeiten mit Führungspersonal rausgeworfen. Letzter fühlte sich laut eigener Aussage "wie eine Marionette" und hat mittlerweile seine Motorsportkarriere beendet. Daniil Kwjat wurde bereits mehrfach intern degradiert, Jean-Eric Vergne fand sein Aus auch nicht gerade gerecht, und Brendon Hartley sah sich im Vorjahr früh mit dem Rücken gegen die Wand gedrängt.

Formel-2-Pilot Artjom Markelow hatte im Vorjahr seine eigene Antwort auf den Umgang mit den Red-Bull-Junioren: "Wenn es nach mir geht, sitze ich lieber nicht im Toro Rosso. Ich kenne Dr. Marko. Er zerstört die Karrieren junger Fahrer. Das habe ich nicht nötig", hatte der Russe verlauten lassen. Er fährt mittlerweile in der japanischen Super-Formula-Serie ohne eine realistische Chance auf die Formel 1.

Albon: Zweite Chance genutzt

Alexander Albon kam hingegen durch Red Bull zu einer unerwarteten Formel-1-Chance und ließ dafür sogar ein lukratives Cockpit bei Nissan in der Formel E sausen. Der Thailänder gehört trotz seines Unfalls von China zu den positiven Überraschungen des Saisonstarts und wurde dank seiner Aufholjagd in Schanghai, die ihn noch in die Punkte führte, zum Fahrer des Tages gewählt.

Mit Marko habe er nach dem Unfall gesprochen. "Es ist alles okay", behauptet Albon und kann die Aussagen von Russell nur bedingt nachvollziehen: "Ich war schon früher in einem Juniorteam und bin im Vorjahr an jedem Wochenende um mein Cockpit gefahren", sagt er. "Ich bin es also gewöhnt, fühle mich aber noch wohl und habe eine Menge Selbstvertrauen. Ich mache mir um sowas keine Sorgen."

Albon gehörte schon früher einmal dem Juniorenteam von Red Bull an - und wurde von Helmut Marko auf die Straße gesetzt. Trotzdem erhielt er von ihm eine zweite Chance.

Weitere Co-Autoren: Oleg Karpow. Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Norman Fischer