NASCAR lenkt ein: Fünf feste Radmuttern pro Rad ab sofort Pflicht

Die NASCAR-Führung hat sich die Kritik von Tony Stewart zu Herzen genommen und die umstrittene Radmutter-Regel geändert: Neue Vorgaben und Strafen für alle drei NASCAR-Ligen.

Mit sofortiger Wirkung gilt sowohl im Sprint-Cup als auch in der Xfinity-Serie und der Truck-Serie die Vorgabe, dass während eines Rennes jederzeit alle fünf Radmuttern pro Rad "auf sichere Art und Weise" befestigt sein müssen. Diese Änderung der Radmutter-Regel wurde den NASCAR-Teams am Montag per Nachricht mitgeteilt.

Vorausgegangen war die Kritik des dreimaligen NASCAR-Champions Tony Stewart. "Ich garantiere, dass dieses Thema solange im Raum stehen wird, bis sich jemand verletzt", hatte Stewart in Anspielung auf das zuletzt häufig vorgekommene Problem der nicht richtig befestigten Räder wissen lassen.

Während er sich für seine Aussage eine Geldstrafe in Höhe von 35.000 US-Dollar einfing, erhielt "Smoke" von den Fahrerkollegen Rückendeckung. Die als "Driver Council" bekannte inoffizielle Fahrergemeinschaft hat sich bereit erklärt, die Geldstrafe im Kollektiv zu bezahlen.

Strafe hin oder her: Nun hat man auch seitens NASCAR eingelenkt. "NASCAR hat sich die aggressiven Strategien in der Boxengasse genau angesehen. Unsere Vergangenheit zeigt, dass die Sicherheit ein Thema ist, welches wir nicht auf die leichte Schulter nehmen", so Scott Miller, seines Zeichens Vize-Rennchef und damit die rechte Hand von NASCAR-Rennchef Steve O'Donnell.

Kommt auch bei NASCAR die zentrale Radmutter?

"Während wir gemeinsam mit allen Beteiligten an einer langfristigen Lösung arbeiten, ist es uns wichtig, mit sofortiger Wirkung eine Vorgabe zum Thema Radmuttern zu haben", so Miller weiter. Was die langfristige Lösung betrifft, ist nicht auszuschließen, dass in einigen Jahren auch in der NASCAR die zentrale Radmutter à la Formel 1, IndyCar und Co. Einzug hält.

"Das ist etwas, was es in anderen Rennserien seit langer Zeit gibt und es ist etwas, das wir für die Zukunft ins Auge fassen könnten. Allerdings würde dies eine umfangreiche Neugestaltung der hinteren und der vorderen Radaufhängung voraussetzen", so Miller auf Nachfrage von Motorsport.com.

So schnell wir die zentrale Radmutter also nicht kommen. Mit der nun geänderten Radmutter-Regel hat nicht zuletzt Tony Stewart das erreicht, worum es ihm im Kern der Sache ging, nämlich die Sicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen. So bezeichnete "Smoke" die 35.000 Dollar bereits am Sonntag in Richmond kurz vor dem Start zu seinem ersten Rennen in dieser Saison als "gute Investition".

Strafenkatalog für neue Radmutter-Regel

Im Zusammenhang mit der geänderten Regel hat NASCAR den Teams auch den Strafenkatalog unterbreitet, der im Falle eines Verstoßes gegen diese Regel zum Einsatz kommt. Dieser besteht im Kern aus drei Punkten:

1. Wird ein Team vor dem Start eines Rennens mit einer oder mehreren nicht richtig angezogenen Radmuttern erwischt, muss der betreffende Fahrer ungeachtet seiner Qualifying-Zeit von ganz hinten starten.

2. Werden in der Boxengasse bei einem oder mehreren Rädern, die für den Einsatz im Rennen vorgesehen sind, eine oder mehrere nicht aufgeklebte Radmuttern erkannt, wird das betreffende Team verwarnt und muss sofort Hand anlegen.

3. Wird ein Team im Anschluss an ein Rennen mit einer oder mehreren nicht richtig angezogenen Radmuttern erwischt, gibt es eine P3-Strafe, deren minimales Strafmaß eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 US-Dollar und eine Sperre des Crewchiefs für ein Rennen ist.

Lässt sich ein Team mehrere Verstöße gegen die neu verfasste Radmutter-Regel zu Schulden kommen, eskalieren die Strafen gemäß dem sechsstufigen NASCAR-Strafenkatalog entsprechend.

So bleibt abschließend einzig die Frage, warum NASCAR im Winter 2014/2015 überhaupt erst die Regel einführte, wonach nicht alle fünf Radmuttern fest angezogen werden müssen...

Mit Informationen von Lee Spencer

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