Sébastien Loeb: Nur ankommen reicht auch bei der Rallye Dakar nicht

Die Entscheidung, die Rallye Dakar zu fahren, hatte Sébastien Loeb schon getroffen, bevor er von seinem Arbeitgeber Citroën erfuhr, dass er für 2016 aus dem WTCC-Team ausgemustert wurde.

Mit neun WM-Titeln ist Sébastien Loeb Rekordweltmeister unter den Rallyepiloten, Cross-Country-Rallyes sind aber auch für ihn eine neue Herausforderung. Als erste große Feuerprobe hat sich der Franzose nach dem „Test“ bei der Rallye Marokko dann auch gleich die härteste aller Rallyes, die Dakar, ausgesucht.

In der Vorbereitung verlässt er sich auf seine Peugeot-Teamkollegen. Einer von ihnen ist kein Geringerer als „Mr. Dakar“, Stéphane Peterhansel.

„Er ist wirklich DER Dakar-Experte, aber auch Cyril Despres hat sehr viel Erfahrung auf dem Motorrad. Und dann natürlich Carlos [Sainz]“, sagt Loeb. „Ich versuche, diese umfangreiche Erfahrung zu nutzen, um schneller zu lernen.“

Er sei zwar Neuling in dieser Serie, die Atmosphäre im Team sei aber ausgezeichnet, so Loeb. „Wir kannten uns alle schon von früher, daher ist es schön, jetzt gemeinsam in diesem Team zu sein. Ich versuche auch, meine Erfahrung und Techniken miteinzubringen.“

Spezifische Ratschläge vom elffachen Dakar-Sieger Peterhansel erwarte er aber nicht, betonte der 41-Jährige. „Vielleicht ein paar Dinge über den Renn-Rhythmus, das Management zum Beispiel. Auf der fahrerischen Seite kennt jeder von uns seinen Job. Hier haben wir aber geballte Erfahrung und wir wissen, dass wir Fragen stellen können, wenn wir welche haben. Wir können uns aber nicht nur auf Peterhansel verlassen!“

Erfahrungsrückstand

Die letzten Testfahrten vor der Dakar haben Loeb und sein Beifahrer Daniel Elena bereits hinter sich und auch die Marokko-Rallye zählt Loeb dazu. Er weiß aber auch, dass er gegenüber den langjährigen Dakar-Teilnehmern einen nicht zu unterschätzen Erfahrungsrückstand hat. „Wir werden alles gemeinsam entdecken müssen. Das wird nicht einfach, aber wir sind motiviert. Wir geben unser Bestes.“

Nur anzukommen, reiche aber nicht, erklärte Loeb gegenüber Motorsport.com. „Natürlich wird auch eine gute Leistung wichtig sein.“ Eine bestimmte Platzierung hat er dabei jedoch nicht im Auge. „Da kommen so viele Faktoren ins Spiel. Man kann den perfekten Rhythmus gefunden haben und aufgrund von Navigationsfehlern viele Minuten verlieren. Da zählen Kleinigkeiten. Wir kennen die Strecke nicht, also werden wir sehen, was passiert. Voraussagen sind schwierig.“

Eine große Umstellung für den Rallye-Weltmeister ist, dass es bei der Zeitenjagd nicht um Sekunden geht und man nicht immer und überall der Schnellste sein muss. Bei der Dakar ist vielmehr Geduld gefragt. „Ich war es gewohnt, um Sekunden zu fahren, hier ist das anders. Man kann Zeit auf die verschiedenste Art und Weise gewinnen oder verlieren.“

Je nach dem, wie sein ersten Auftritt bei der Dakar läuft, kann Sébastien Loeb sich durchaus vorstellen, dass dieses erste Mal nicht das letzte Mal sein wird. „Ich hoffe, dass ich sie noch öfter fahren kann. Wenn sie sagen, du fährst nur diese eine, okay! Wir starten gerade mal in die erste. Mal sehen, wie es mir gefällt, ob es mir Spaß macht.“

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