Carlos Sainz: Drei Unfälle an vier Wochenenden

Wie Ferrari-Fahrer Carlos Sainz seine drei Formel-1-Unfälle seit August erklärt und warum er im Grand Prix in Monza nicht sein volles Selbstvertrauen hatte

Carlos Sainz: Drei Unfälle an vier Wochenenden

"Ich habe den Mechanikern zuletzt ein paar Reparaturen zu viel beschert", sagt Carlos Sainz frei heraus. Und das stimmt: Seit August fiel der Ferrari-Fahrer bei drei von vier Grands Prix mit größeren Zwischenfällen auf und landete jeweils im Training in den Banden. Eine Erklärung für diesen Trend aber hat er nicht.

Angesprochen auf die Unfall-Häufung in den jüngsten Wochen meint Sainz nur: "Das waren drei unterschiedliche Unfälle mit drei unterschiedlichen Ursachen."

Dann zählt der spanische Rennfahrer auf: "In Budapest habe ich ziemlich sicher einen der größten Windstöße meiner Karriere erwischt. Das hat man in den Daten gesehen. In Zandvoort kam ich ein bisschen von der Linie ab und verlor das Auto außer Kontrolle. Das war ein Fahrfehler."

Den Trainingscrash in Monza wiederum hätte er "vermeiden sollen", so sagt es Sainz selbst. "Es ist aber ein Unfall, den ich noch immer nicht ganz verstehe und für den ich keine Erklärung habe."

Sein Ferrari SF21 habe sich in der Ascari-Schikane das ganze Wochenende über "neutral" verhalten. "Ich hatte trotzdem an dieser Stelle große Probleme mit der Balance. Es sieht also ganz so aus, als befände ich mich noch immer in einem Lernprozess mit dem Auto", meint Sainz, der erst zur Saison 2021 von McLaren zu Ferrari gewechselt war.

Welche Lektion Sainz aus seinen Unfällen gelernt hat

Die Lehre, die er aus seinem jüngsten Unfall ziehe, sei: "Ich muss einfach vorsichtig sein, wenn ich aufs Gas gehe." Und: "Ich bin mir sicher, es wird nicht so bald wieder passieren. In jedem Fall können wir etwas daraus lernen."

Carlos Sainz

Ferrari-Fahrer Carlos Sainz ist zuletzt mehrfach unfreiwillig früh ausgestiegen ...

Foto: Motorsport Images

Es sei schließlich "nicht das erste Mal, dass das Auto am Heck weggegangen ist", erklärt Sainz weiter. "Das ist ganz klar eine Schwäche. Da muss ich besser werden und sehen, wie sich das vielleicht mit dem Set-up kaschieren lässt."

"Vielleicht ist das Auto einfach schwieriger zu fahren als erwartet, wenn man Abtrieb runternimmt." Ihm müsse das in jedem Fall "eine Lektion" sein.

Sainz gesteht: Selbstvertrauen hat gelitten!

Denn Sainz sagt auch ganz klar: Der Unfall in Monza habe zwar keine direkte Auswirkung auf seine Ausgangslage im Grand Prix gehabt, indirekt aber sehr wohl Einfluss auf die Leistung im Rennen genommen.

O-Ton: "Nach dem Crash am Samstag hatte ich mein Selbstvertrauen teilweise eingebüßt. Es ist mir nicht gelungen, es wieder aufzubauen. Das müssen wir uns anschauen und unsere Schlüsse daraus ziehen."

Sehr viel mehr als ein Platz in unmittelbarer Nähe hinter den Top 3 hätte sich aber wohl ohnehin nicht realisieren lassen für Ferrari, sagt Sainz und erklärt: "Wir waren zwar nahe dran am Podium, aber eben doch ein paar Sekunden davon entfernt. Ich hatte nie den Eindruck, es läge in unserer Reichweite."

Er habe sich "eigentlich nicht wohlgefühlt im Auto", so der Ferrari-Fahrer. "Das Heck rutschte ziemlich herum, meine Reifen gingen rasch in die Knie. Und jedes Mal, wenn wir einen Zweikampf hatten, reichte unser Topspeed praktisch nicht, dass wir uns hätten verteidigen können." Sein Wochenende sei also mit P6 im Ziel insgesamt "nicht ideal" verlaufen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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