Ex-Formel-1-Fahrer Alguersuari fühlte sich als "Marionette"

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Ex-Formel-1-Fahrer Alguersuari fühlte sich als "Marionette"
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21.03.2019, 09:11

Der frühere Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari rechnet in einem Interview mit seiner Formel-1-Zeit ab und erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Förderer

Nein, seine Zeit in der Formel 1 hat Jaime Alguersuari nicht in allerbester Erinnerung behalten. Der heute 28-Jährige reagiert sogar äußerst verbittert auf seine kurze Laufbahn in der Königsklasse und meint: "Als ich ging, habe ich Hass verspürt." Denn seine Karriere endete nach nur 46 Rennen zwischen 2009 und 2011 so abrupt, dass er dem Rennsport für immer den Rücken kehrte. Heute arbeitet Alguersuari hauptberuflich als DJ.

Über die Formel 1 hat er nichts Gutes zu berichten: "Wenn du nicht bereit bist und in eine kapitalistische Welt wie die Formel 1 eintrittst, dann bist du dort nur eine Marionette. Du repräsentierst eine Marke, weißt aber nicht, wer deine Freunde sind. Du lebst eine Lüge." So sei es ihm als 19-Jährigen ergangen, als er beim Ungarn-Grand-Prix 2009 zu Toro Rosso kam, um den in der Formel 1 glücklosen Sebastien Bourdais zu ersetzen.

Das Umfeld im Formel-1-Projekt von Red Bull habe ihm aber nie zugesagt. "In der Formel 1", erklärt Alguersuari gegenüber der spanischen Zeitung 'Ara', "kannst du keine [eigene] Meinung haben. Ich wollte meine Meinung sagen. Denn ich wusste, es gab einen Unterschied zwischen meinem Auto und dem anderen." Was impliziert: Toro Rosso soll Sebastien Buemi, seinen Teamkollegen, bevorzugt haben. Doch näher führt Alguersuari diesen Gedanken nicht aus.

Er sagt nur: "Es war leicht, zu denken: 'Diese Leute sind meine Feinde.' Aber erst später erkannte ich, dass ich nur durch sie überhaupt in die Formel 1 gekommen war. Sie bezahlten mich fürs Rennen fahren. Daher musste ich ihnen dankbar sein."

Alguersuari bestritt zwischen 2009 und 2011 insgesamt 46 Formel-1-Rennen für Toro Rosso. Bei 36 Zielankünften punktete er in zehn Fällen. Als persönliche Bestleistungen schlagen für den Spanier ein sechster Startplatz beim Belgien-Grand-Prix 2011 sowie zwei sechste Plätze beim Italien-Grand-Prix und beim Südkorea-Grand-Prix im gleichen Jahr zu Buche. 2012 holte Red Bull mit Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne zwei neue Fahrer zu Toro Rosso, auch Buemi musste gehen.

Mit Bildmaterial von GEPA.

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Rennserie Formel 1
Autor Stefan Ehlen
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