Stoffel Vandoorne

F1-Kolumne von Stoffel Vandoorne: Konnte in Kanada nicht angreifen

In seiner neusten Kolumne für Motorsport.com spricht McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne über das Formel-1-Wochenende in Kanada, wo er Benzin sparen musste und nur 14. wurde.

Der Grand Prix von Kanada war das Rennen, auf das ich mich die ganze Saison gefreut habe. Ich war in den vergangenen Jahren ein paar Mal mit McLaren in Montreal, als wusste ich, wie großartig diese Stadt ist, aber das war mein 1. Mal auf der Strecke. Und ich muss sagen, ich habe es wirklich genossen – das ist einer der besten Orte im Kalender.

Nachdem ich dort noch nie gefahren war, lag mein Hauptfokus zu Beginn des 1. Trainings darauf, ein paar Runden zu fahren, um mich an das Layout zu gewöhnen. Es ist wichtig, die Strecke schnell zu verstehen, aber man muss auch ein Gefühl für das Auto bekommen, denn nach Monaco nimmt man Abtrieb weg und alles fühlt sich etwas anders an.

Unser Training fing ganz gut an, besonders, da das auf dem Papier nicht eine unserer Lieblingsstrecken war, weil mangelnde Motorleistung einem da ganz schön schaden kann.

Am Ende des 2. Trainings haben wir aber ein Problem mit der MGU-H entdeckt und haben da leider etwas Zeit verloren. Wir hatten gerade den Run auf der weicheren Reifenmischung beendet, ich konnte aber keinen Longrun absolvieren, also haben wir ein paar Daten verloren.

Diese verpasste Zeit hat uns insbesondere deshalb geschadet, weil Fernando auch keine Longruns hatte. Das bedeutete, dass wir keinerlei Informationen hatten, wie sich der Reifen verhalten würde, oder wie die Auswirkung der Spritmenge sein würde.

Trotz eines Freitags, der alles andere als ideal verlaufen war, hatte ich das Gefühl, dass Q2 am Samstag möglich sein sollte. Wir hatten vor unserer 1. schnellen Runde, trotz einer guten Aufwärmrunde, ein paar Probleme, die Reifen zum Arbeiten zu bekommen, also war es schwierig, das Optimum aus dem Auto herauszuholen.

Unsere 2. fliegende Runde war schon immer besser und leider gab es in Q1 genau, als ich meinen letzten Versuch startete, eine gelbe Flagge. Dadurch konnte ich mich nicht mehr verbessern und habe es nicht weiter geschafft – das war sehr schade. Ich bin ziemlich sicher, dass ich in Q2 gekommen wäre, wenn ich diese Runde beendet hätte.

Benzinsparen

Wir wussten, das das Rennen für uns eine Herausforderung werden würde. Wir wussten, dass es durch den Geschwindigkeitsunterschied auf der Geradenund aufgrund der Menge an Benzin, die wir sparen mussten, schwierig werden würde. Also waren wir immer etwas im Hintertreffen.

Mein Start des Rennens war aber gut und ich machte ein paar Positionen gut und war nach der 1. Runde 11. Ich war zu Beginn also in einer guten Position.

Nach dem virtuellen Safety-Car, das nach Max Verstappens Ausfall kam, ging aber alles schief. Es gab einige Konfusion mit Kevin Magnussen, der mich überholte, bevor die virtuelle Safety-Car-Phase vorbei war.

Dabei habe ich etwas verloren und hatte dann einen Williams und einen Renault sehr nahe hinter mir. Auf den langen Geraden war es unmöglich, mich gegen sie zu verteidigen. Sie flogen nur so an mit vorbei!

Danach ging es nur darum, das Auto nach Hause zu bringen. Ich habe auf keiner einzigen Runde des Rennens angegriffen, weil ich so viel Benzin sparen musste.

Als nächstes kommt Baku und ich denke, wir stehen da vor einer ähnlichen Situation wie in Kanada. Da gibt es eine sehr lange Gerade und letztes Jahr haben wir gesehen, dass es da mit die höchste Höchstgeschwindigkeit des Jahres gab. Der Windschatten hat einen unglaublichen Effekt und, da die Autos in diesem Jahr einen größeren Luftwiderstand haben, wird der Vorteil vielleicht noch größer.

Warten wir ab, was passiert. Wir werden alles geben.

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Fahrer Stoffel Vandoorne
Teams McLaren
Artikelsorte Kolumne
Tags formel 1, kanada, mclaren, montreal
Topic Stoffel Vandoorne