Kehrtwende bei Force India: Reglement 2019 doch schädlich

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Kehrtwende bei Force India: Reglement 2019 doch schädlich
Heiko Stritzke
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Scott Mitchell
29.05.2018, 14:10

Force India sprach sich erst für die Regeländerungen in der Formel 1 2019 aus - Warum die Welt zwei Wochen später plötzlich ganz anders aussieht

Wenige Tage können manchmal alles ändern. Das Force-India-Team zeigte sich bislang als großer Fan der Regelnovelle für 2019. Doch seit es nicht bloß bei neuen Flügeln bleibt, schlägt die Freude plötzlich ins Gegenteil um: Das neue Reglement werde Force India und anderen kleinen Teams schaden, findet Technikchef Andy Green. Denn die Änderungen fallen umfangreicher aus als ursprünglich gedacht.

"Wir haben bis vor einem Monat noch fest damit gerechnet, dass die Regeln eine Evolution des jetzigen Reglements wären", sagt er beim Großen Preis von Monaco. Solange es nur um simplere Flügel ging, war die Mannschaft in Pink ein großer Fan der Regelungen. "Uns wird das keine Million kosten. Wir finden das Reglement großartig", sagte Green noch vor zwei Wochen.

Doch dann wurde alles anders. Der 52-Jährige erklärt, warum: "Plötzlich haben ein, zwei Teams fünf Kilo mehr Sprit gefordert. Das hat alles geändert, denn das bedeutet ein völlig neues Chassis. Und ein neues Chassis bedeutet wiederum enorme Arbeit für uns." Auch andere kleinere Teams sind davon betroffen.

Die Folge könnte ein weiteres Auseinanderdriften der reichen und armen Teams in der Formel 1 sein: "Wir haben bereits einige Ressourcen auf das neue Auto verlagert. Das hat natürlich einen Einfluss auf das diesjährige Auto. Wir sind kein großes Team, das beide Projekte gleichzeitig laufen lassen kann, ohne Verluste zu haben." Noch vor zwei Wochen klang das ganz anders. Da glaubte Green noch, die neuen Regeln würden das genaue Gegenteil bedeuten.

Weiterentwicklung 2018 leidet

Betroffen wäre Force India vor allem in der Formel-1-Saison 2018, die bis Monaco nicht wirklich nach Plan lief. Die Updates werden rationalisiert: "Wir werden noch Updates nach Kanada und Frankreich bringen, aber nach der Sommerpause wird es wohl nur noch eines geben. Wir werden also eine lange Phase (ohne Updates; Anm. d. Red.) haben, in der wir alles optimieren müssen, was wir haben."

 

Renault-Chefdesigner Nick Chester bestätigt die Aussagen von Green. Der 49-Jährige hat in Enstone Phasen des Reichtums und der finanziellen Knappheit erlebt. "Wenn man das 2018er-Auto weiterentwickelt hätte, hätte man gleichzeitig Entwicklungsarbeit für das 2019er-Auto betrieben. Es hätte fast keinen Split gegeben", sagt er. " Alles, was man jetzt noch am Frontflügel entwickelt, kann man nicht ins Jahr 2019 mitnehmen. Das hat unsere Philosophie verändert, wie wir vorgehen."

Machen sich die zusätzlichen Ressourcen, die Renault in das Team pumpt, damit bezahlt? "Es hilft in jedem Fall. Je mehr Ressourcen man hat, umso einfacher ist es, zwei Programme gleichzeitig zu stemmen."

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Autor Heiko Stritzke
Artikelsorte News