Luft nach oben, aber: "Keine Alarmsirenen" bei Daniel Ricciardo

geteilte inhalte
kommentare
Luft nach oben, aber:
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
21.02.2019, 15:56

Warum Daniel Ricciardo nach den ersten Tests mit Renault nicht Euphorie ausbricht, aber auch nicht von einem Fehlstart in seinen neuen Karriereabschnitt spricht

Nein, ein Auftakt nach Maß war es nicht für Daniel Ricciardo und Renault. Denn schon auf den ersten gemeinsamen Metern ließ der R.S.19 seinen Fahrer im Stich und in die Auslaufzone kreiseln. Ein Sinnbild für die Renault-Leistung bei den Wintertests 2019 ist dieser Zwischenfall aber nicht: Ricciardo und Hülkenberg zeigen sich grundsätzlich zufrieden mit ihrem Neuwagen, wenngleich bei Renault bisher keine Euphorie ausbricht.

Immerhin: Die erste Testwoche sei aus seiner Sicht "gut genug" verlaufen, sagt Ricciardo. "Testfahrten laufen ja nie perfekt. Zumindest hatte ich noch nie perfekte Probefahrten." Speziell am dritten und am vierten Tag aber habe er gute Erkenntnisse über sein neues Dienstauto sammeln können. "Wir probierten unterschiedliche Abstimmungen aus und ich spürte, wie sich was am Auto tat. Das war ziemlich positiv. Denn wenn ein Auto so gar nicht auf Veränderungen reagiert, ist das normal kein gutes Zeichen. Nach diesen vier Tagen fühlt es sich recht positiv an", erklärt er.

Ricciardo bemüht anschließend auch einen Satz, der typisch ist für Testfahrten: Das Auto verfüge noch über weitaus mehr Potenzial als bisher ersichtlich sei. "Ob eine Sekunde oder nicht, das weiß ich nicht. Aber ein bisschen mehr geht immer", meint der Renault-Fahrer, bei dem nach eigenen Angaben "keine Alarmsirenen" schrillen ob der bisherigen Form. Mit der weichsten Reifensorte (C5) war ihm am Donnerstagvormittag schließlich eine 1:17er-Zeit in Barcelona gelungen. Mercedes und Ferrari aber kamen mit teilweise deutlich härteren Pneus auf ähnliche Rundenzeiten. Ob das Renault zu denken gibt?

Renault lässt die Katze noch nicht aus dem Sack

Optimierungsmöglichkeiten am R.S.19 gibt es laut Ricciardo jedenfalls noch genug, zum Beispiel an der Hinterachse. Er erklärt: "Wenn du mit besserer Traktion besser aus den Kurven herausbeschleunigen kannst, dann bringt dir das immer eine Menge Zeit ein. Deshalb konzentriert man sich meist auf Grip und Abtrieb."

Auch der Motor könne noch aufgedreht werden, sagt Ricciardo, der die Renault-Antriebseinheit bisher als "normal" beschreibt. "Wir sind noch recht konservativ unterwegs damit. Nächste Woche geht es wahrscheinlich mehr in die Richtung, wie wir [den Antrieb] auch im Rennen verwenden werden. Vielleicht kann ich dann mehr darüber sagen. Die Fahrbarkeit stimmt jedenfalls. Wir hatten bisher keine Probleme damit. Das passt also."

Sein bereits angesprochener Zwischenfall, bei dem ein defektes Drag-Reduction-System der Auslöser gewesen war, lasse ihn nicht Zweifel hegen, ob der Wechsel von Red Bull zu Renault richtig gewesen sei. "Ja, ich habe mich gedreht und etwas Zeit verloren. Aber es ist nicht so, dass dieses Auto nicht sicher wäre. Testfahrten halt. Da fällt schon mal was ab oder geht kaputt. Das schafft keine Spannungen", sagt Ricciardo und fügt hinzu: "Wenn es jetzt jeden Tag passieren würde, dann würde ich schon mal sagen, dass ich gern in einem Stück in Melbourne ankommen würde. Aber so ist es ganz und gar nicht."

Wen Ricciardo auf der Rechnung hat

Wenn schon, dann soll dergleichen bei Testfahrten passieren, meint Ricciardo weiter. Aber vor solchen Zwischenfällen sei ohnehin niemand gefeit. "So was passiert, auch wenn es das nicht tun soll. Doch wenn man bedenkt, dass diese Autos binnen weniger Monate zusammengeschraubt wurden, ist es ohnehin erstaunlich, wie gut sie schon sind. Aber du bist eben nie schnell genug."

Einzig Ferrari habe bisher wirklich überzeugt, sagt Ricciardo. Ein Blick auf die Zeitenliste gäbe aber kein eindeutiges Bild ab. Alfa Romeo hat schon eine Bestzeit gesetzt, auch Toro Rosso lag bereits vorne. Ob das der Realität unter Rennbedingungen entspricht? Ricciardo schiebt es auf das Probieren bei den Tests: "Scheinbar kann diese Woche jeder schnell sein, scheinbar hat jeder ein ordentliches Auto. Aber wenn ich Geld setzen müsste, dann würde ich auf Ferrari wetten. Sie waren über die komplette Woche hinweg am konstantesten."

Mit Bildmaterial von LAT.

Nächster Artikel
Valtteri Bottas: Wo der Mercedes W10 noch Schwächen hat

Vorheriger Artikel

Valtteri Bottas: Wo der Mercedes W10 noch Schwächen hat

Nächster Artikel

Ergebnis: Formel-1-Tests in Barcelona, 4. Tag

Ergebnis: Formel-1-Tests in Barcelona, 4. Tag
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Formel-1-Test in Barcelona (1/2)
Subevent 4. Tag
Autor Stefan Ehlen
Be first to get
breaking news