Racing Point sieht FIA-Kopierverbot entspannt: "Hat keinen Einfluss"

Das angekündigte scharfe Vorgehen der FIA gegen das Kopieren von Autos in der Formel 1 wird laut Racing Point am eigenen Geschäftsmodell rein gar nichts ändern

Racing Point sieht FIA-Kopierverbot entspannt: "Hat keinen Einfluss"

Im "Copygate"-Skandal wurde Racing Point nicht nur zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt und verlor 15 Meisterschaftspunkte. Die FIA hat außerdem angekündigt, das Reglement ab 2021 zu verschärfen, um das Kopieren von Fahrzeugteilen der Konkurrenz zu unterbinden und die Teams zu hindern, fremde Konstruktionen nachzubauen.

Gegen die Strafe hat Racing Point beim Internationalen Berufungsgericht der FIA Berufung eingelegt. Was die besagte Regeländerung angeht, sieht Teamchef Otmar Szafnauer indes keine Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der eigenen Mannschaft.

"Ich glaube nicht, dass sich unser Geschäftsmodell dadurch überhaupt ändert. Wir sind nicht das am stärksten betroffene Team. Wir haben 500 Mitarbeiter. Der Grund dafür, dass wir nicht wie einige der größeren Teams 700 oder 800 haben, liegt darin, dass wir keine innerbetriebliche Fertigung haben", erklärt Szafnauer die Unterschiede.

Szafnauer: Neue Regeln "absolut kein Problem"

"Aber wenn man uns nur mit allen anderen in den Bereichen Design, Entwicklung und Aero-Personal vergleicht, sind wir gleich. Wir sind genauso aufgestellt wie die großen Teams. Das hat also keinerlei Auswirkungen. Wir waren immer ein Konstrukteur, von den Tagen von Jordan bis zu denen von Racing Point und überall dazwischen."

Das Team sei entsprechend in der Lage, alle Komponenten selbst zu entwerfen, zu entwickeln und zu konstruieren. Die Regelanpassung ändere nichts: "Wenn die Regeln klarer werden, werden wir innerhalb der Grenzen dieser Regeln bleiben. Absolut kein Problem."

Racing Point verfolgt eine enge technische Partnerschaft mit Mercedes und bezieht einige nicht gelistete Teile, die man nicht selbst entwirft. Deshalb - so die eigene Erklärung - sei man dem Designkonzept von Mercedes gefolgt. Bis 2021 wird das Team weiterhin mit dem RP20 fahren, um in der Corona-Krise Kosten zu sparen.

Ferrari als letzter Konkurrent noch in Berufung

2022, wenn die große Regelnovelle greift, muss die in Silverstone ansässige Mannschaft dann aber sein eigenes Auto von Grund auf neu entwerfen. Das letzte Wort im "Copygate"-Skandal ist derweil noch nicht gesprochen. Ursprünglich hatten neben Racing Point selbst vier gegnerische Teams Berufung gegen das Urteil eingelegt.

McLaren und Williams zogen diese wieder zurück, nachdem sie von den Zusicherungen der FIA überzeugt waren, künftig härter gegen das Kopieren von Autos durchzugreifen. Jüngst trat auch Renault den Rückzug an. Wie Ferrari reagiert, ist noch offen. Zuletzt hieß es, man wolle "Klarheit und Transparenz" über die Regeln gewinnen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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