Vor 32 Jahren: Stefan Bellof verunglückt tödlich in Spa

Er war einer der schnellsten Rennfahrer seiner Zeit: Am 1. September 1985 verunglückte Stefan Bellof beim 1.000-Kilomter-Rennen in Spa-Francorchamps tödlich. Er wurde nur 27 Jahre alt.

Spa-Francorchamps, 1. September 1985: Stefan Bellof ging aufs Ganze. In einer der berühmtesten Passagen des Motorsports setzte er mit seinem Porsche 956 zum Überholmanäver gegen Jacky Ickx an. Obwohl er vor dem Rennen noch erklärt hatte, die berühmt-berüchtigte Senke Eau Rouge sei zu gefährlich für ein solches Manöver. Bellof probierte es trotzdem – und bezahlte es mit seinem Leben.

Denn beim Versuch, Ickx zu überholen, kam es zur Kollision. Bellofs Porsche wurde dadurch in die Leitplanken geworfen und zerschellte an einem Betonpfeiler. Während Ickx den Unfall mit leichten Blessuren überstand, hatte der junge Deutsche keine Chance: Bellof erlag seinen schweren Verletzungen.

Der fatale Unfall wird bis heute kontrovers diskutiert. "Jeder hat so seine Theorie darüber", sagte etwa Bellofs früherer Teamkollege Jochen Mass in einer ARD-Reportage. Er meint weiter: "Ich fuhr dort, ich hab's gesehen und ich weiß auch, was an dieser Stelle mit den Autos machbar ist und was nicht. Es war nicht machbar."

Und auf einmal war eines der größten Talente im internationalen Motorsport tot – wenige Wochen, nachdem Bellofs deutscher Landsmann Manfred Winkelhock bei einem Sportwagen-Rennen in Mosport in Kanada sein Leben verloren hatte, im "schwarzen Sommer" von 1985.

Speziell Bellof galt als kommender Superstar. Der ehemalige Formel-1-Rennleiter Herbie Blash etwa sah in ihm "eine Kreuzung aus Michael Schumacher und Gilles Villeneuve". Für den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart war Bellof "das größte Talent, das ich je gesehen habe". Und für viele Fans an den Rennstrecken und vor den TV-Bildschirmen war Bellof einfach nur ein verdammt guter Rennfahrer.

Denn der 1957 in Gießen geborene Bellof hatte sich national und international rasch einen Namen gemacht und sorgte zu Beginn der 1980er-Jahre mit guten Ergebnissen in der Formel V und der Formel 3 für Aufsehen. Bei seinem Einstieg in die Formel 2 gewann er 1982 gleich beide Rennen und landete zur Saison 1983 als Werksfahrer bei Porsche.

Mit Porsche wurde Bellof zur Nordschleifen-Legende: Seine Rekordrunde von 1983, als er mit einem Schnitt von über 200 km/h über die vielleicht schwierigste Rennstrecke der Welt fuhr, hat bis heute Bestand. Die 6:11,1 Minuten – eine Bestmarke für die Ewigkeit, so scheint es.

Berühmt ist auch seine Monaco-Fahrt im Formel-1-Rennen 1984, wo er für das unterlegene Tyrrell-Team antrat. Im Regen drehte Bellof gewissermaßen Kreise um die Konkurrenz und erzielte auch schnellere Rundenzeiten als Spitzenreiter Alain Prost. Bellof lag bereits auf Rang drei, als der Grand Prix schließlich abgebrochen wurde.

1984 gelang ihm in der damaligen Sportwagen-WM dafür der größte Erfolg seiner Karriere: Mit 139 Punkten und nach sechs Siegen in neun Rennen wurde Bellof Weltmeister für Porsche.

Ein Jahr später trennte sich Bellof von Porsche – wohl auch, um seinen Traum von einem konkurrenzfähigen Formel-1-Cockpit wahr werden zu lassen. Doch dann, in Spa, verließ ihn das Glück.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Fahrer Stefan Bellof
Teams Tyrrell Racing , Porsche Team
Artikelsorte Historie
Tags bellof, historie, légende, nordschleife, porsche, talent, tyrrell