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Jochen Kiefer überzeugt: "Ein-Fahrer-Teams sind der Dorna ein Dorn im Auge"

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Jochen Kiefer überzeugt: "Ein-Fahrer-Teams sind der Dorna ein Dorn im Auge"
Autor:
06.08.2019, 07:02

Das Kiefer-Team kritisiert die Vorgehensweise der Dorna und der IRTA - Die riesige Anteilnahme der Fans überrascht das deutsche Traditionsteam

Im Rahmen des Tschechien-Grand-Prix in Brünn wurde offiziell bekannt, dass das Kiefer-Team für die Saison 2020 keine Startplätze in der Motorrad-WM bekommt (zur Story). Teamchef Jochen Kiefer plante eine weitere Saison mit Lukas Tulovic und hatte konkrete Visionen, das Team zu vergrößern und ein zweites Motorrad einzusetzen. Doch dazu wird es nicht kommen, wenn sich die Verantwortlichen nicht anders entscheiden.

Wenige Tage nach dem Bekanntwerden dieser Nachricht reagiert Kiefer auf die Geschehnisse. "Wir sind auch überwältigt von den Reaktionen seit Bekanntwerden dieses Entschlusses. Wir hätten nie gedacht, dass wir so viele Fans haben. Es ist gut zu wissen, diesen Rückhalt zu haben", kommentiert Jochen Kiefer.

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Lukas Tulovic, Kiefer Racing

Lukas Tulovic, Kiefer Racing
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Hinter der Entscheidung der Dorna und der IRTA steht laut Kiefer die Überlegung, die kleinen Teams mit nur einem Fahrer aus der WM zu drängen: "Für uns ist es absolut unverständlich, dass wir gehen müssen. Auf der anderen Seite war es schon lange offensichtlich, dass der Dorna und der IRTA die Ein-Fahrer-Teams ein Dorn im Auge sind."

Kiefer plante für 2020 mit zwei Fahrern

"Daher haben wir uns auch um einen zweiten Startplatz bemüht. Wir haben in dieser Hinsicht mehrmals angefragt und haben auch gute und vielversprechende Optionen vorlegen können. Vor allem aus deutscher Sicht wären diese sehr interessant", schildert Kiefer.

"Wir sind auch soweit, die Finanzierung eines Zweifahrer-Teams belegen zu können. Doch das hat alles nicht gezählt", ärgert sich Kiefer. "Wir sind bis dato ein Ein-Fahrer-Team und diese sollen ausgemustert werden. Es ist trotzdem nicht nachvollziehbar, dass ein Team mit langer Tradition in der Weltmeisterschaft rausgeschmissen wird."

Jochen Kiefer: "Haben uns nichts zu Schulden kommen lassen"

"Wir haben uns in all den Jahren in diesem Paddock nichts zu Schulden kommen lassen. Abgesehen davon können wir große Erfolge mit zwei WM-Titel und insgesamt elf Grand-Prix-Siege vorweisen. Darüber hinaus haben wir uns immer auf unsere Fahnen geschrieben, den deutschen Nachwuchs zu fördern und junge Fahrer aus Deutschland in die Weltmeisterschaft zu bringen. Aktuell gibt es in Mitteleuropa sowieso nur sehr wenig aussichtsreiche Talente", bemerkt der Kiefer-Verantwortliche.

Jochen Kiefer, Lukas Tulovic

Jochen Kiefer hat sich mit Lukas Tulovic eines der wenigen deutschen Talente gesichert

Foto: Kiefer Racing / FWeisse

"Mit Lukas Tulovic haben wir in diesem Jahr wieder ein Projekt in dieser Hinsicht gestartet. Wir haben mit ihm ein Dreijahres-Programm geplant. Außerdem haben wir in Mugello die Offerte bekommen, in die neue KTM ETC-Serie einzusteigen. Wir wollten nächstes Jahr mit vier Fahrern in diesem Cup antreten, während wir in der CEV-Serie mit Moto3-Junior-WM und European-Talent-Cup schon seit mehreren Jahren dabei sind", berichtet Kiefer.

"Auch diese Engagements unsererseits wurden nicht berücksichtigt. Die Entscheidung seitens der Verantwortlichen, uns keinen Startplatz mehr zu geben, ist also in vielerlei Hinsicht nicht nachvollziehbar. Es wurde uns in der Vergangenheit immer das Gefühl gegeben, dass wir der Ansprechpartner rund um das Thema Nachwuchs in Deutschland sind. Daher fragen wir uns nach der Ernsthaftigkeit, deutsche beziehungsweise deutschsprachige Talente zu fördern, wenn deutschen Teams keine Türe im Fahrerlager der Weltmeisterschaft offen steht", grübelt Kiefer.

"Wir werden aber nicht so schnell aufgeben, damit vielleicht maßgebliche Herrschaften in Deutschland aufmerksam werden und gemeinsam mit den Verantwortlichen der Weltmeisterschaft diese Entscheidung nochmals überdenken", verspricht Kiefer. "Unsere Chancen sind nicht groß, doch man sollte nichts unversucht lassen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Moto2
Autor Sebastian Fränzschky