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Honda Fireblade in der Superbike-WM: Welche Probleme Stefan Bradl erkennt

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Honda Fireblade in der Superbike-WM: Welche Probleme Stefan Bradl erkennt
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Co-Autor: Gerald Dirnbeck
30.08.2019, 08:28

Stefan Bradl vergleicht die WSBK-Fireblade mit der Suzuka-Maschine und sieht in der Charakteristik der Pirelli-Reifen einen Grund für das Scheitern in der WM

Honda-MotoGP-Testpilot Stefan Bradl bereicherte bei der diesjährigen Auflage des 8-Stunden-Rennens in Suzuka das HRC-Werksteam. Die Fireblade kannte der Zahlinger bereits aus der Superbike-WM. In der Saison 2017 pilotierte er neben Nicky Hayden eine der beiden Ten-Kate-Hondas, schaffte es mit der unterlegenen Fireblade aber keine Top-3-Platzierung. Auch in diesem Jahr fährt Honda in der Superbike-WM hinterher.

"Wir wissen alle, dass die Fireblade nicht das stärkste Motorrad ist. Doch sie haben sie weiter verbessert und wir lagen nicht weit hinter den anderen Herstellern zurück", spielt Bradl den Erfolg beim Langstreckenrennen an. Honda kam hinter Kawasaki und Yamaha auf Platz drei ins Ziel und fuhr nach acht Stunden noch in der gleichen Runde wie das Siegerteam.

"Das Motorrad hat sehr viel Potenzial. Es ist absolut klar, dass die Maschine besser mit den Bridgestone-Reifen funktioniert als mit den Pirellis", nennt Bradl das größte Problem des Honda-WSBK-Projekts. "Ich denke, sie wissen, was mit Blick auf die Zukunft zu tun ist."

Das Gastspiel in Japan hat Bradl trotz der Strapazen sichtlich genossen. "Die Japaner haben bei diesem Rennen sehr viel Erfahrung. Ich folgte ihnen und half bei der Entwicklung. Schlussendlich kämpften wir bis 30 oder 40 Minuten vor Rennende um den Sieg. Ich bin mit meiner Leistung und der Teamstruktur und der allgemeinen Performance zufrieden. Am Ende fehlte uns ein bisschen das Glück, doch wir waren nah dran", kommentiert er den dritten Platz.

Stefan Bradl

Stefan Bradl beendete seine bisher einzige WSBK-Saison als WM-14.

Foto: Honda Pro Racing

Zurück zur Superbike-WM. Bradl kennt die Pirelli-Reifen aus der Saison 2017 und ist überzeugt, dass die weichen Pneus aus Italien maßgeblich zur Honda-Performance beitragen: "Die Pirelli-Reifen sind sehr weich. Die Bridgestone-Reifen sind ähnlich dem, was wir in der MotoGP verwenden. Sie haben eine sehr starke Karkasse und dann wird darauf die Lauffläche aufgetragen. Man muss sie zum arbeiten bringen. Man braucht eine gute Abstimmung. Die Reifen bauen nicht so stark ab wie die Pirellis."

"Die Pirelli-Reifen haben über drei Runden eine gute Performance, bauen dann aber massiv ab. Es ist also sehr schwierig, für die Pirellis eine Abstimmung zu erarbeiten, die über eine Superbike-Renndistanz funktioniert", analysiert der Zahlinger. "Ich denke, das ist ein Punkt, der ihnen Schwierigkeiten bereitet."

Stefan Bradl

Mit Bridgestone-Reifen harmoniert die Fireblade laut Stefan Bradl besser

Foto: Red Bull Honda

"Es ist offensichtlich, dass sich Honda verbessern muss. Dessen sind sie sich bewusst. Es gibt aber viele Aspekte, die beachtet werden müssen. Es gibt beim Chassis, bei der Elektronik und beim Motor Nachholbedarf. Sie arbeiten an vielen Bereichen und versuchen, das Motorrad zu verbessern. Warten wir ab, was die neue Fireblade bringt. Ich hoffe, dass sie sich verbessern und dass mein Input in Suzuka hilfreich war", bemerkt der Deutsche.

Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, aber mit Alvaro Bautista hat Honda einen absoluten Spitzenfahrer verpflichtet. Kann sich Bradl vorstellen, ab 2020 stärker in das WSBK-Projekt involviert zu sein? "Warum nicht, wenn ich ihnen helfen kann, sie meine Meinung wissen möchten und wir uns tiefer damit beschäftigen wollen", kommentiert er.

"Doch die MotoGP ist meine Priorität. Hier gibt es viel Arbeit mit dem Testteam", stellt Bradl klar. "Der zweite Teil der Saison wird ziemlich stressig, was die Tests angeht. Das Superbike muss aber auch entwickelt werden. Ich weiß nicht, was geplant ist."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Superbike-WM
Autor Sebastian Fränzschky