Analyse: Wie dominant war Mercedes 2015 wirklich?

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Analyse: Wie dominant war Mercedes 2015 wirklich?
Jamie Klein
Autor: Jamie Klein
Übersetzung: Petra Wiesmayer
05.12.2015, 17:11

Sehr spektakulär war die Saison 2015 wirklich nicht, aber Mercedes war dominant wie kaum ein anderes Team in der Historie der Formel 1. Wir haben in den Geschichtsbüchern nachgesehen.

Qualifying

Ein einziges Mal im ganzen Jahr – bei einer wirklich bizarren Ausnahme in Singapur, wo die Silberpfeile weit weg von der Spitze waren – stand kein Mercedes auf der Pole-Position. Mercedes stellte in diesem Jahr den eigenen Rekord von 2014 und den von Red Bull Racing aus dem Jahr 2011 ein, sowohl zahlenmäßig als auch prozentual.

Einen neuen Rekord stellte Mercedes bei den ersten Startreihen auf. Nur in Malaysia, Bahrain, Monza und natürlich Singapur standen nicht beide Silberpfeile auf den Plätzen eins und zwei. In 15 von 19 Rennen war die erste Startreihe komplett in silberner Hand.
2014 standen die beiden Autos aus Brackley „nur“ 14 Mal in 19 Rennen in der ersten Startreihe. Mercedes rangiert in dieser Kategorie nun vor McLaren 1988 und Williams 1993, die beide je zwölf Mal in 16 Rennen die erste Startreihe besetzten.

Erste Startreihe Rekorde:

YearTeamDriversFront-row lockoutsPercentage
2015 Mercedes

 Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

15/19 78,9%
1988 McLaren

 Ayrton Senna

 Alain Prost

12/16 75,0%
1992 Williams

 Nigel Mansell

 Riccardo Patrese

12/16 75,0%
2014 Mercedes

 Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

14/19 73,7%
1989 McLaren

 Ayrton Senna

 Alain Prost

11/16 68,8%

Auf einem Gebiet bleiben Williams und McLaren aber unangetastet, beim durchschnittlichen Abstand im Qualifying zwischen der Pole-Position und dem schnellsten Verfolger.

Williams bleibt der König mit einem Abstand von 1,167 Sekunden im Jahr 1992, McLaren folgt dicht auf mit 1,080 Sekunden im Jahr 1988.

Beide Teams waren ähnlich dominant, wobei McLaren 1989 mit einem Schnitt von 1,053 Sekunden Vorsprung leicht hinter dem Schnitt von Williams (1,078 Sekunden) aus dem Jahr 1993 liegt.

Mercedes hatte in diesem Jahr einen durchschnittlichen Vorsprung von 0,604 Sekunden, letztes Jahr waren es noch 0,622 Sekunden. Ohne Singapur wäre der Abstand 0,716 Sekunden.

Im Vergleich dazu betrug der Abstand von Red Bull Racing im Jahr 2011 auf die Konkurrenz 0,337 Sekunden, Ferrari distanzierte die Verfolger 2002 um 0,203 Sekunden.

Größter durchschnittlicher Abstand im Qualifying:

YearTeamDriversPolesAverage margin
1992  Williams

 Nigel Mansell

 Riccardo Patrese

15/16  1,167s
1988 McLaren

 Ayrton Senna

 Alain Prost

15/16  1,080s
1993 Williams

 Alain Prost

 Damon Hill

15/16 1,078s
1989 McLaren 

 Ayrton Senna

 Alain Prost

15/16 1,053s
2014 Mercedes

 Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

18/19 0,622s 

Rennen

Wie schon letztes Jahr war Mercedes im Renntrimm beinahe ebenso dominant wie auf eine schnelle Runde. Mit 16 Siegen in 19 Rennen – Sebastian Vettel und Ferrari holten die restlichen drei – war Mercedes ebenso erfolgreich wie im Jahr zuvor und stellte den Rekord aus 2014 ein.

In Prozentzahlen ausgedrückt liegt McLaren mit 15 Siegen in 16 Rennen aus dem Jahr 1988 noch immer an der Spitze und auch Ferrari mit 15 Siegen in 17 Rennen im Jahr 2002 rangiert vor Mercedes.

Bei den Doppelsiegen überbot Mercedes die Konkurrenz aus Woking jedoch. Zwölf Mal überquerten Lewis Hamilton und Nico Rosberg die Ziellinie auf den Plätzen eins und zwei – 2014 waren es elf Mal – durch den zwölften Doppelsieg verdrängten sie auch McLaren, die 1988 einen Schnitt von 62,5 Prozent an Doppelsiegen hatten. Mercedes brachte es 2015 auf 63,2 Prozent.

Doppelsieg-Rekorde in Prozent:

YearTeamDriversOne-twosPercentage
2015 Mercedes  Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

12/19 63,2%
1988  McLaren 

 Ayrton Senna

 Alain Prost

10/16 62,5%
2014  Mercedes   Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

11/19 57,9%
2002 Ferrari 

 Michael Schumacher

 Rubens Barrichello

9/17 52,9%
2004 Ferrari   Michael Schumacher

 Rubens Barrichello

8/18 44,4%

Mit 32 von 38 möglichen Podiumsplätzen (84,2%) in der Saison 2015 führt Mercedes diese Statistik an und schlug den eigenen Rekord aus dem Vorjahr um einen Platz.

Erster Verfolger der Silberpfeile ist Ferrari mit 29 von 36 möglichen Podiumsplatzierungen (80,6%) im Jahr 2004. McLaren schaffte 1988 von 32 möglichen Podiumsplätzen „nur“ 25, was einer Prozentzahl von 78,1 entspricht.

Podiumsplatzierungen in einer Saison in Prozentzahlen:

YearTeamDriversPodiumsPercentage
2015 Mercedes  Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

32/38 84,2%
2014 Mercedes  Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

31/38 81,6%
2004 Ferrari  Michael Schumacher

 Rubens Barrichello

29/36 80,6%
2002 Ferrari  Michael Schumacher

 Rubens Barrichello

27/34 79,4%
1988 McLaren

 Ayrton Senna

 Alain Prost

25/32 78,1%

Punkte

Die verschiedenen Punktesysteme, die in der Formel 1 im Laufe der Jahre in in Kraft waren, machen einen direkten Vergleich sinnlos, aber Mercedes sammelte in dieser Saison 703 Punkte – zwei mehr als 2014, als die doppelten Punkte im letzten Saisonrennen 43 Extra-Punkte möglich machten. Mercedes hat also 86 Prozent der verfügbaren Punkte geholt.

Ohne Berücksichtigung der frühen Jahre der Konstrukteurswertung, als nur der bestplatzierte Fahrer jedes Teams in die Wertung genommen wurde und es auch Streichresultate gab, erreichte Mercedes die höchste Prozentzahl der Geschichte und übertraf die 82,9 Prozent von McLaren aus dem Jahr 1988.

Ferrari ist das einzige andere Team, das die 80-Prozent-Marke knacken konnte. Die Scuderia schaffte das in den Jahren 2002 und 2004. Red Bull Racing schaffte 2011 79,6 Prozent der verfügbaren Punkte, Williams im Jahr 1996 68,4 Prozent.

Meiste Konstrukteurspunkte in Prozentzahlen:

YearTeamDriversPointsPercentage
2015 Mercedes  Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

703/817 86,0%
1988 McLaren

 Ayrton Senna

 Alain Prost

199/240 82,9%
2014 Mercedes  Lewis Hamilton

 Nico Rosberg

701/860 81,5%
2002 Ferrari  Michael Schumacher

 Rubens Barrichello

221/272 81,3%
2004 Ferrari  Michael Schumacher

 Rubens Barrichello

262/324 80,9%

 

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