FIA: Halo soll ab 2021 "ästhetisch ansprechender" aussehen

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FIA: Halo soll ab 2021
Autor: Maria Reyer
Co-Autor: Jonathan Noble
01.09.2018, 13:23

FIA-Rennleiter Charlie Whiting erklärt, dass der Cockpitschutz Halo womöglich ab 2021 anders aussehen könnte - Erste Erkenntnisse vom Leclerc-Alonso-Crash

Der Automobil-Weltverband FIA arbeitet an einer optisch ansprechenderen Version des Cockpitschutzes Halo. Eine überarbeitete Variante könnte 2021 eingeführt werden, nachdem die Sicherheit durch weitere Forschung verbessert werden soll. Der Weltverband hat außerdem erste Erkenntnisse der Untersuchungen des Leclerc-Alonso-Unfalls in Belgien bekannt gegeben.

Am Rande des Italien-Rennwochenendes hat FIA-Rennleiter Charlie Whiting betont, dass die Untersuchungen und die Forschung in Sachen Sicherheit weiter forciert werden. "Es wird weiterhin geforscht für ein neueres Modell, womöglich für 2021", so der Brite. "Es wird möglicherweise ästhetisch ansprechender sein für manche, wobei das nicht der primäre Grund dafür ist", betont er.

Nach dem heftigen Unfall zwischen Sauber-Pilot Charles Leclerc und McLaren-Fahrer Fernando Alonso nach dem Start beim Belgien-Grand-Prix wurde das Halo von allen Seiten bejubelt. Auf Videoaufnahmen war deutlich zu sehen, dass das Halo am Sauber Alonsos rechte Vorderradaufhängung demolierte und so den jungen Monegassen vor einer ernsthaften Verletzung womöglich bewahrte. Untersuchungen zu dem Zwischenfall sind noch nicht abgeschlossen, allerdings sickerten bereits einige Details durch.

Leclercs Halo nach Unfall "absolut in Ordnung"

Das rechte Vorderrad des McLaren hat Leclercs Halo mit rund der Hälfte des vollen Testgewichts erwischt. Derzeit muss die Schutzvorrichtung bei Tests eine Kraft von 125 Kilonewton aushalten, in dem Startunfall musste Leclercs Halo rund 56 Kilonewton aushalten. Whiting erklärt, dass an exakt derselben Stelle auch bei Belastungstests Gewichte auf das Halo einwirken würden. Eine Verformung am Sauber-Halo wurde indes nicht festgestellt.

Charles Leclerc - Sauber

Charles Leclerc - Sauber

Foto:

"Als es heruntergenommen wurde, konnte man keine Verbiegung erkennen. Die Sauber-Jungs haben es überprüft und es scheint absolut in Ordnung zu sein", versichert Whiting. Ob das Halo das Leben des jungen Sauber-Piloten gerettet hat, wollte der Rennleiter zum derzeitigen Zeitpunkt nicht beantworten. Dass der Cockpitschutz, der 2018 verpflichtend eingeführt wurde, eine tragende Rolle in dem Unfall gespielt hat, sei aber unbestritten - allein wenn man sich ansehe, wie die McLaren-Radaufhängung durch den Kontakt mit dem Halo gebrochen ist, so Whiting.

Nico Rosberg, Weltmeister der Saison 2016, ist ebenso dieser Meinung. Bei 'RTL' meint der Deutsche: "Da brauchen wir nicht mehr diskutieren. Fernando saß mit seinem ganzen Auto auf dem Halo drauf. Wenn es nicht dagewesen wäre, dann wäre das richtig ins Auge gegangen. Das muss sein. Das ist ein riesiger Fortschritt in der Sicherheit." Schließlich gehe von der Cockpitöffnung immer noch die größte Gefahr für die Fahrer aus.

Rosberg: Halo "ein echt geniales Ding"

"Deswegen ist dieses Ding echt genial. Ich hätte mir gewünscht, dass ich es damals in meiner Karriere schon gehabt hätte", gibt Rosberg zu. Der Ex-Mercedes-Pilot meint sogar: "Dann hätte ich mich noch sicherer gefühlt im Auto." Viele Puristen stören sich nach wie vor an der Optik des "Heiligenscheins". Diesen Punkt möchte die FIA nun bis 2021 angehen - allerdings nur wenn Tests beweisen, dass die Sicherheit dadurch nicht beeinträchtigt werde, betont Whiting.

"Ich muss sagen, dass das Halo-Projekt eines der besterforschtesten Projekte ist, dass wir je umgesetzt haben. Wir haben unglaublich viel Arbeit hineingesteckt, um alle Zwischenfälle herauszuarbeiten, wo es vielleicht geholfen hätte." In Präsentationen habe man versucht zu erklären, wie der Ausgang mit und ohne Halo ausgesehen hätte. "Das war eine sehr komplexe Recherche und es müsste ähnlich gründlich sein, wenn wir eine neue Version davon entwickeln wollen."

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Fahrer Fernando Alonso Shop Now , Charles Leclerc
Autor Maria Reyer
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