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Formel 1 Österreich 2020: Verstappen rückt näher an Hamilton heran

Drittes Freies Training am Red-Bull-Ring in Spielberg: Mercedes bleibt klarer Pole-Favorit, aber Max Verstappen verkürzt seinen Rückstand und wittert eine Chance

Formel 1 Österreich 2020: Verstappen rückt näher an Hamilton heran

Drittes Training, dritte Bestzeit: Lewis Hamilton drückt der (noch jungen) Formel-1-Saison 2020 weiterhin seinen Stempel auf. Der Mercedes-Fahrer setzte sich auch am Samstagmorgen auf dem Red-Bull-Ring an die Spitze des Klassements. Der Vorsprung des am Freitag so dominanten Mercedes-Teams auf den Rest der Welt ist aber vor dem Qualifying von 0,6 auf 0,3 Sekunden geschrumpft.

Zum kompletten Ergebnis des dritten Freien Trainings!

Die schlechte Nachricht: "Wir haben noch was im Köcher. Da kommt noch was", kündigt Mercedes-Teamchef Toto Wolff im 'ORF' an. "Das war wieder eine gute Session. Die Fahrer sind glücklich mit dem Set-up. Ich glaube, dass ist die wichtigste Message. Aber wie schon gestern bin ich immer ein bisschen skeptisch."

Erfreulich aus deutscher Sicht: Sebastian Vettel und sein Ferrari-Team präsentierten sich am Samstag zunächst in besserer Form als am Freitag. Ob das an mehr Luft im Tank lag oder vielleicht auch an den gestiegenen Temperaturen (Asphalt bis zu 50 Grad), ist unklar. Zum engsten Favoritenkreis gehört er trotzdem nicht: Vettel wurde mit 0,721 Sekunden Rückstand Siebter.

 

Foto: Steven Tee / Motorsport Images

Das sieht schlechter aus, als es eigentlich ist. Die Ferraris zogen als erstes Topteam die weichen Reifen auf. Zu dem Zeitpunkt lagen sie auf den Positionen eins und zwei. Teamintern geht's weiterhin heiß her. In der letzten Trainingsstunde vor dem Qualifying hatte Charles Leclerc (5.) die Nase um gut eine Zehntelsekunde voran.

Erster Mercedes-Herausforderer ist Max Verstappen. Der Vorjahressieger, der am Freitag noch seinen Frontflügel zerstört hat, kam bis auf 0,283 Sekunden an Hamilton heran und wurde Dritter. "Wir haben über Nacht Fortschritte mit dem Auto gemacht. Das ist jetzt schon eher, wo wir hingehören", freut sich Teamchef Christian Horner.

 

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Dabei war Verstappens schnellste Runde nicht fehlerfrei: "Sein letzter Sektor war nicht perfekt. Da hat er Zeit liegen lassen", analysiert 'Sky'-Experte Jenson Button, der für das Qualifying sogar eine "kleine Chance" auf die Pole sieht, "wenn Max eine saubere Runde zusammenbekommt. Er ist der Einzige, der eine Chance hat, die Mercedes zu gefährden."

Horner ist weniger euphorisch: "Mercedes sieht sehr stark aus. Bis Kurve 7 sind wir gut dabei. Aber besonders in den Kurven 7 und 10 verlieren wir Zeit auf Lewis." Er sieht eine Chance, Valtteri Bottas (2./+0,147) zu kriegen. "Aber beide? Das wird hart", winkt er ab.

 

Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Red-Bull-intern herrschen klare Verhältnisse. Alexander Albon landete in FT3 auf P6 (+0,595). Allerdings: Obwohl Verstappen gestern einen Frontflügel demoliert hat, ist Albon derjenige, der jetzt mangels Ersatzteilen mit einem alten Modell fahren muss. "In den schnellen Kurven", sagt Horner, "kann er gut mithalten. Er verliert in den langsamen Kurven auf Max."

Die Vermutung, dass Racing Point zumindest auf dem Red-Bull-Ring dritte Kraft sein könnte, bestätigte sich im Abschlusstraining. Sergio Perez hielt sich zwar lange vornehm aus der Spitzengruppe heraus. Mit dem abschließenden Quali-Run schob er sich aber auf Platz vier nach vorne. Vorsprung auf Leclerc: eine Zehntelsekunde.

 

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Lance Stroll (Racing Point), Pierre Gasly (AlphaTauri) und Lando Norris (McLaren) fuhren auf die Positionen acht bis zehn. Insgesamt zwölf Fahrzeuge lagen innerhalb einer Sekunde von Leader Hamilton. Und zwischen P7 (Vettel) und P19 (Kimi Räikkönen auf Alfa Romeo) lag im dritten Freien Training weniger als eine Sekunde.

20. und Letzter wurde Williams-Rookie Nicholas Latifi, der schon am Freitag mehrmals neben der Strecke gewesen war. Diesmal konnte er einen Gegenpendler in der ersten Kurve nicht mehr abfangen und demolierte sein Auto. "Sorry, guys", entschuldigte er sich. Immerhin blieb er bei dem Malheur unverletzt, wie ein Check im Medical-Center ergab.

Das Qualifying in Spielberg beginnt um 15:00 Uhr. Wolff schiebt die Favoritenrolle von sich weg: "Vom Honda-Motor kommt sicher noch was", glaubt er. "Auch bei Ferrari. Red Bull strotzt vor Selbstvertrauen - das waren die Aussagen gestern von Sebastian und Christian. Insofern ist da im Hinterkopf schon noch, dass da vielleicht mehr kommen kann als bei uns."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Spielberg 1
Subevent FT3
Autor Christian Nimmervoll