Wie Phoenix aus der Asche: Woher kommt Saubers jüngste Topform?

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Wie Phoenix aus der Asche: Woher kommt Saubers jüngste Topform?
Autor: Dominik Sharaf
Co-Autor: Erwin Jaeggi
03.11.2018, 10:00

Im vergangenen Jahr abgehängt, nun ständig in den Punkten: Sauber könnte sich Platz acht in der Konstrukteurs-WM sichern – Ist der rasche Erfolg teuer erkauft?

Im vergangenen Jahr das einsame Schlusslicht der Formel 1 und jetzt mittendrin im Kampf um den Platz als "Best of the Rest" hinter den Topteams: Die Sauber-Mannschaft ist auferstanden wie Phoenix aus der Asche. Wie es den Schweizern gelang, aus einem völlig unterlegenen Auto eines zu machen, das mit dem Renault-Werksteam und Mittelfeld-Platzhirsch Force India mithält, ist rätselhaft.

Auch Otmar Szafnauer kratzt sich am Kopf: "Ich habe keine Ahnung, wie sie so schnell entwickeln konnten", wundert sich Force Indias Teamchef. "Sie haben es schneller als die Topteams geschafft." Fakt ist, dass Sauber von Fortschritten seines Antriebszulieferers Ferrari profitiert – in besonders großem Maße, denn Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein fuhren 2017 mit Vorjahres-Motoren.

Die im vergangenen Dezember eingeläutete Sponsoring- und Technikpartnerschaft mit Alfa Romeo brachte nicht nur frisches Geld, sondern auch Know-how nach Hinwil. Besonders prominent: der langjährige Ferrari-Chefdesigner Simone Resta, der seit einigen Monaten Sauber-Technikchef ist.

Einen so profilierten Mann hätte sich Sauber als Privatier wohl nicht leisten können – geschweige denn ihn so schnell, ohne Sperrfrist und ohne finanziellen Aufwand von der Scuderia loseisen, wie es passiert ist. Charles Leclerc als eines der größten Talente seiner Generation und Frederic Vasseur als neuer Teamchef werteten das Personal zusätzlich auf. Kurzum: Es weht ein frischer Wind.

Bildergalerie: Sauber C37

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Mit dem Rennen in Mexiko überholte Sauber (36 Punkte) zudem Toro Rosso (33) und steht zwei Grands Prix vor Saisonende auf Rang acht der Konstrukteurs-WM. "Es war ein harter Fight", sagt Ericsson wohlwissend um die Tatsache, dass die Red-Bull-Junioren Anfang 2018 das viel bessere Auto hatten. Nun winken viele Millionen Euro Preisgeld. Vorausgesetzt, dass der Vorsprung hält.

Da Sauber seine Probleme aber immer auf Strecken, auf denen mit wenig Abtrieb gefahren wird, hatte, sind die Aussichten rosig. Weder in Brasilien noch in Abu Dhabi muss das Low-Downforce-Paket zum Einsatz kommen. Dazu ist ein Chaosrennen im zuletzt immer eintönigen Saisonfinale unwahrscheinlich, sodass es für die Mittelfeld-Teams nur wenig WM-Punkte zu holen geben wird.

"Wir sind gut in Form", zeigt sich Leclerc zuversichtlich. Bei Toro Rosso ist man überzeugt, von Sauber abgehängt worden zu sein: "Sie sind konstant in Q3 und kämpfen immer um Punkte", weiß Pierre Gasly. Er und sein fehleranfälliger Teamkollege Brendon Hartley sind davon weit entfernt.

Der Sauber-Aufschwung könnte allerdings einen Haken haben. "Ich weiß nicht, wann sie aufgehört haben, ihr aktuelles Auto zu entwickeln", bemerkt Force-India-Teamchef Szafnauer, "aber wir haben es jedenfalls schon vor einer ganzen Weile getan." Heißt im Umkehrschluss, dass Sauber bei den Wintertests 2019 weniger gut vorbereitet aufschlagen könnte als die Konkurrenz.

Denn auch McLaren, Renault und Williams bereiten in den Trainings kaum noch ihr Wochenende vor, sondern testen neue Teile für die kommende Saison, in der es einmal mehr überarbeitete Aerodynamik-Bestimmungen geben wird. Ob der Triumph teuer erkauft ist oder nicht, wird sich zeigen. In jedem Fall hat Sauber sich bei der Konkurrenz Respekt verschafft: "Ich bin beeindruckt", sagt Szafnauer.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Marcus Ericsson , Charles Leclerc
Teams Sauber
Autor Dominik Sharaf
Artikelsorte News