DeltaWing mit kompletter IMSA-Saison

Die Geschichte geht weiter: Katherine Legge führt das DeltaWing-Team in die neue IMSA-Saison 2016

Bisher war nur der Start im 24-Stundenrennen von Daytona gesichert. Nun wurde bestätigt, dass der DeltaWing die komplette Saison 2016 der IMSA WeatherTech SportsCar Championship fahren wird.

Am Steuer sitzt wieder die Britin Katherine Legge. Neu im Team ist der US-Amerikaner Sean Rayhall. Der 20-Jährige kommt aus dem US-Bundesstaat Georgia und fuhr zuletzt in der IMSA Protoypen-Challenge und der IndyLights-Serie.

Für die Langstrecken-Events ist zusätzlich der Brite Andy Meyrick vorgesehen, der den DeltaWing bereits aus den Vorjahren kennt.

Legges letztjähriger Teamkollege, der erfahrene Mexikaner Memo Rojas, ist übrigens nicht mehr im DeltaWing-Team. Rojas deutete im Herbst 2015 an, dass er mit einem Wechsel in die WEC kokettiere.

Auf der aktuellen Meldeliste für die am Wochenende stattfindenden Daytona-Testfahrten steht zudem der Heidelberger Andreas Wirth als vierter Pliot neben Legge, Rayhall und Meyrick. 2015 trat das DeltaWing-Team in Daytona ebenfalls mit vier Piloten an, damals noch mit IndyCar-Newcomer Gabby Chavez als Ergänzung zu Rojas, Legge und Meyrick.

Die Ziele sind hochgesteckt: "Ich glaube, dass dies eine herausragende Saison für unser Team werden wird", sagte die 35-jährige Legge. "Das ganze Team hat sehr hart gearbeitet und ich denke, dass wir unseren Speed zeigen können. Schon bei den November-Tests in Daytona konnten wir beeindrucken und darauf bauen wir auf."

Die Geschichte des DeltaWings

Das DeltaWing-Projekt ist sicherlich das skurrilste Motorsport-Projekt der letzten Jahre.

Mit der finanzkräftigen Unterstützung von Chip Ganassi entwarf Ben Bowlby ein Fahrzeug, das ursprünglich als revolutionärer Vorschlag für ein neues IndyCar-Auto angedacht war.

Da sich die IndyCars, unter der damaligen Führung von Randy Bernard, im Sommer 2010 jedoch für eine eher konservative Dallara-Lösung entschieden, lag der DeltaWing zunächst auf Eis.

Daraufhin kam US-Sportwagenlegende Don Panoz an Bord und verhalf der Mannschaft 2012 zu einer Einladung für die 24 Stunden von Le Mans. Außer Konkurrenz natürlich, das Team bekam die Garage 56 für experimentelle Fahrzeuge.

Panoz ermöglichte dem DeltaWing-Team im Anschluss eine ALMS-Saison 2013 und ab 2014, dann mit geschlossenem Cockpit, in der neu gegründeten USCC-Serie.

Ursprünglich wurde im DeltaWing ein von Nissan beauftragter RML-Motor mit vier Zylindern verbaut. Heute arbeitet ein Panoz-eigenes Elan-Triebwerk mit zwei Litern und Diesel-Direkteinspritzung, basierend auf einem Mazda-MZR-Motor.

Aufgrund seines revolutionären Designs kommt der DeltaWing ohne Flügel aus, die nötige Downforce wird durch die Unterboden-Konstruktion gewährleistet.

Neben der extrem auffälligen Aerodynamik ist das geringe Gewicht ein großer Wettbewerbsvorteil. Sportlich gesehen, leidet der DeltaWing allerdings noch an zahlreichen technischen Problemen, weshalb die Ausfallstatistik erheblich ist.

So fehlt dem DeltaWing-Projekt bislang eine Podiumsplatzierung. In der USCC-Saison 2015 sah man nur dreimal in neun Starts die Zielflagge. Die beste Platzierung war Rang sechs in Road America.

Für die Saison 2016 hat Panoz DeltaWing Racing, so der offizielle Name, eine neue Lackierung mit dem Titel "Spirit of America" angekündigt. Diese soll dem legendären Panoz LMP1-Roadster aus der Saison 2002 nachempfunden sein.

Das Ziel ist klar: Endlich das erste DeltaWing-Podium.

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Rennserien IMSA
Fahrer Katherine Legge , Andreas Wirth , Andy Meyrick , Sean Rayhall
Teams DeltaWing Racing
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