Voller Durchblick: Warum MotoGP-Fahrer dunkle Helmvisiere bevorzugen

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Voller Durchblick: Warum MotoGP-Fahrer dunkle Helmvisiere bevorzugen
29.01.2019, 07:18

Hell, mittel oder dunkel? Die MotoGP-Piloten müssen sich vor jeder Ausfahrt entscheiden, welches Helmvisier am besten zu den Bedingungen passt

Regen, Sonnenschein, Nebel oder Bewölkung - die MotoGP-Stars sind an 19. Rennwochenenden den unterschiedlichsten Bedingungen ausgesetzt. Um diesen Wetterextremen zu trotzen, müssen die Piloten nicht nur ihren Fahrstil und ihr Set-up anpassen, sie müssen auch auf den richtigen Durchblick achten. Dabei helfen verschiedene Visiere der Helmhersteller.

"Ich denke, alle Piloten haben das schwarze Visier am liebsten", meint Johann Zarco gegenüber 'MotoGP.com'. "Denn oftmals ist die Lichteinstrahlung sehr groß. Man schützt sich einfach selbst, auch wenn es gar nicht so hell ist. Man ist einfach fokussiert auf seinen Job." Zarco benutzt das abgedunkelte Visier demnach nicht nur, um sich vor Licht zu schützen, sondern um in den richtigen geistigen Zustand zu kommen. "Das gibt mir das Gefühl, im Helm geschützt und bei mir zu sein."

Ähnlich ist es im Vorjahr Bradley Smith ergangen. Der Ex-KTM-Pilot, nun Aprilia-Testfahrer, hat von seinem Helmausrüster vier verschiedene Visiere zur Auswahl bekommen - angefangen von einem sehr dunklen für besonders starke Sonneneinstrahlung bis zu einem sehr hellen für Regentage. "Die MotoGP wurde immer stylischer, daher wollen nur noch wenige Fahrer wirklich helle Visiere verwenden", glaubt der Brite zu wissen.

"Manchmal besser, je weniger du sehen kannst"

Die Fahrer seien schließlich auch auf die Optik bedacht und wollen ihr Gesicht und vor allem ihre Augen nicht auf den Bildern sehen. Grundsätzlich hängt die Wahl des Visiers sehr stark von den Bedingungen ab. "Ich weiß, das hört sich jetzt verrückt an, aber manchmal ist es besser, je weniger du sehen kannst", sagt Smith überraschend.

Er erklärt: "Wenn auf der Strecke Pfützen stehen, dann siehst du die mit einem hellen Visier alle sehr gut. Dann verlässt du dich allerdings nicht mehr so sehr auf dein natürliches Gefühl." Das würde ihn eher hemmen, daher greift er auch bei Mischbedingungen lieber zur dunkleren Variante.

Ganz anders denkt Cal Crutchlow. Der Brite hat erst im Winter auf einen anderen Helmhersteller gewechselt. "Mir macht das überhaupt nichts aus, ein klares Visier zu tragen. Normalerweise habe ich immer ein getöntes Visier in Gebrauch. Das dunkle mag ich nicht so gern, da ich einfach nicht so gut sehen kann." Er habe keinerlei Probleme an den Augen, sondern bevorzuge einfach die etwas hellere Variante.

"Den Gegner direkt in die Augen schauen"

"Wenn es regnet, dann verwende ich natürlich das klare Visier." Dem stimmen auch die anderen Fahrer zu. Ex-MotoGP-Fahrer Scott Redding ist ebenso ein Verfechter des klaren Sichtschutzes. "Ich liebe das helle Visier. Wenn es ein wenig bewölkt ist, dann gefällt mir dieser Schnappschuss vom hellen Visier gut. Wenn du mit den anderen Fahrern fährst, dann siehst du ihnen direkt in die Augen."

Aleix Espargaro hat vor drei Jahren ebenso den Helmhersteller gewechselt - nach neunjähriger Zusammenarbeit. "Als ich das erste Mal das neue dunkle Visier ausprobiert habe, war es mir einfach zu hell. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen", schildert er. "Auch wenn es regnet, bin ich mit dem dunkleren Visier oft schneller", unterstützt er Smiths Theorie.

Insgesamt sind aktuell sieben Helmhersteller in der MotoGP aktiv. Die meisten Piloten vertrauen dem italienischen Hersteller AGV, gefolgt von Shark und Arai.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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