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Jonathan Rea trotz Imola-Sieg beunruhigt: "Kawasaki muss reagieren"

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Jonathan Rea trotz Imola-Sieg beunruhigt: "Kawasaki muss reagieren"
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Co-Autor: Lorenza Dadderio
28.05.2019, 09:57

Der Superbike-Weltmeister fordert Kawasaki auf, die ZX-10RR für die Saison 2020 nachzuschärfen - Die Ducati Panigale V4R ist laut Rea die neue Referenz in der WSBK

Beim zurückliegenden WSBK-Rennwochenende in Imola konnte Titelverteidiger Jonathan Rea die Siegesserie von Ducati-Pilot Alvaro Bautista beenden und den Rückstand minimal verringern. Der anspruchsvolle Kurs in Italien deckte die Defizite der bis dahin unschlagbaren Ducati Panigale V4R auf. Doch Rea lässt sich vom Ergebnis in Imola nicht täuschen und bezeichnet die V4-Ducati als neue Referenz in der Superbike-WM.

"Die Referenz ist eine andere. Natürlich versuche ich, alles zu probieren, was möglich ist und nach Wegen für Verbesserungen zu suchen", erklärt Rea, der sich nur mit Details beschäftigen kann, weil er bereits über ein sehr weit entwickeltes Paket verfügt.

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Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team

Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team

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Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team

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1. Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team

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Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team, Alvaro Bautista, Aruba.it Racing-Ducati Team

Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team, Alvaro Bautista, Aruba.it Racing-Ducati Team
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"Es ist nicht immer einfach, sich auf eine Sache zu konzentrieren, die man besser machen kann. Wir probieren, von meiner Seite aus alle Details besser zu machen", schildert Rea, der in diesem Jahr noch intensiver mit seinem Riding-Coach zusammenarbeitet: "Ich arbeite noch enger mit Fabien Foret zusammen, um zu verstehen, was ich noch ein bisschen besser machen kann. Es gibt nicht viel Raum für Verbesserungen, um ehrlich zu ein."

Ducati hat die Superbike-WM verändert

Rea stört sich nach wie vor am radikalen Konzept der Ducati Panigale V4R, die mit ihren MotoGP-Technologien das Reglement voll ausreizt. "Ducati hat unglaubliche Arbeit geleistet. Sie haben ein Motorrad, das MotoGP-Technologien verwendet. Das ist deren Marketing-Strategie", erklärt er diplomatisch.

"Für die Entwicklung der Superbike-WM ist es schwierig, weil es die anderen Hersteller plötzlich unter Druck setzt, ein richtiges Homologationsmodell zu bauen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Superbike-WM dafür bereit ist. Es kreiert sehr viel Druck", analysiert Rea die Situation und betont: "Das Motorrad hat so viel Beschleunigung und Topspeed."

Ducati Panigale V4R

MotoGP-Technik in der Superbike-WM: Ducati Panigale V4R

Foto: LAT

"Ich weiß nicht, wie es die Organisatoren sehen, aber für einen Fahrer ist es nicht schön, wenn der Gegner wie nach Kurve 1 in Thailand 30 Meter in die Distanz verschwindet, sobald die Gänge durchgeschaltet werden. Das ist für einen Fahrer schwer zu akzeptieren. Ich fuhr in meiner Superbike-Karriere noch nie gegen Maschinen, die so einen Geschwindigkeitsvorteil hatten", blickt der Nordire zurück.

Jonathan Rea wünscht sich für 2020 eine verbesserte ZX-10RR

Kawasaki hat bereits durchsickern lassen, dass die ZX-10RR für das Modelljahr 2020 erneut nachgebessert wird. Wünscht sich Rea von Kawasaki ein V4-Superbike, das genau so radikale Technologien verwendet wie die Ducati?

"Ich kann das als Fahrer nicht beurteilen. Es ist eine politische Entscheidung, die innerhalb des Unternehmens gefällt werden muss. Ich fahre, was sie mir bereitstellen und bin sehr dankbar, dass ich für ein Werksteam fahre. Ich hoffe aber, dass sie etwas unternehmen", erklärt er. "Es gibt nun eine neue Referenz - ein Motorrad, das speziell für den Rennsport gebaut wurde. Wir als Kawasaki müssen reagieren."

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass Kawasaki gute Ingenieure hat. Sie waren vor ein paar Jahren das kleinste Werk in der MotoGP und haben trotzdem ein tolles Motorrad gebaut. Die Ingenieure aus dieser Zeit sind nach wie vor involviert, auch wenn sie andere Aufgaben haben", berichtet der viermalige Champion.

Jonathan Rea, Chaz Davies

Beim Rennwochenende in Imola war Chaz Davies (7) der größte Gegner von Jonathan Rea

Foto: LAT

"Sie haben die Erfahrung und das Wissen, um ein Motorrad zu bauen, mit dem man die Meisterschaft gewinnen kann, egal wie die Regeln aussehen. Die wichtigste Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht ist, ob es sinnvoll ist, Motorräder für 45.000 Euro zu bauen", fragt sich Rea und möchte diese Entscheidung nicht selbst treffen: "Es hat nichts mit mir zu tun. Natürlich wünsche ich mir das bestmögliche Motorrad, doch die Frage muss nicht ich beantworten."

Raum für Veränderungen im Laufe der Saison gering

Abgesehen von Imola hatte Rea bei keinem Rennwochenende eine realistische Chance, Bautistas Siege zu gefährden. Teilweise fuhr der spanische Rookie mehr als 15 Sekunden Vorsprung auf die Startnummer 1 heraus. Laut Rea ist das ein alarmierendes Signal.

"Ich glaube nicht, dass es im Moment etwas Positives zu berichten gibt über die Entwicklung der Meisterschaft", bemerkt Rea. "In den vier Jahren, in denen ich Meister war, dominierte ich nie ein Rennen. Ich glaube, ich gewann auf dem Lausitzring mal ein Regenennen mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung. Doch ich hatte immer Duelle mit Teamkollege Tom (Sykes) oder mit Chaz Davies."

In der laufenden Saison muss Rea mit seiner Kawasaki zurechtkommen. Der Raum für Änderungen ist sehr klein und beschränkt sich hauptsächlich auf die Abstimmungsarbeit. "Es ist eine seriennahe Meisterschaft. Man kann nicht auf magische Weise die Performance verbessern, indem man härter arbeitet oder mit den Fingern schnipst", kommentiert Rea. "Ich versuche, Kawasaki ein genaues Feedback zu liefern, damit sie das Paket in der Zukunft verbessern können."

Weitere Co-Autoren: Lewis Duncan. Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Superbike-WM
Autor Sebastian Fränzschky