Wenig Hoffnung bei Williams: Besserung in China käme nicht vom Auto

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Wenig Hoffnung bei Williams: Besserung in China käme nicht vom Auto
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper, Oleg Karpow
11.04.2019, 09:29

Die Fahrer zweifeln daran, dass Williams in China ein besseres Rennen gelingt: FW42 fast unverbessert und Fragezeichen über den Erkenntnissen aus Bahrain

Kann Williams in China einen Aufwärtstrend starten und die Hoffnungslosigkeit der ersten beiden Rennen beenden? Die Vorzeichen stehen dafür nicht gerade günstig, denn das Team war in Australien und Bahrain so weit weg vom Rest des Feldes, dass es schwer fällt, sich vorzustellen, dass Williams nicht in der letzten Startreihe stehen wird.

George Russell bestätigt am Donnerstag bereits, dass der FW42 nahezu unverändert auf die Strecke gehen wird: "Wir haben keine großen Updates", sagt er - lediglich hier und da ein paar übliche Kleinteile. Williams kämpft immer noch mit dem verspäteten Saisonstart, als man die erste Testwoche erst nach zweieinhalb Tagen in Angriff nehmen konnte.

Der Zeit rennt Williams jetzt hinterher, zumal sich der FW42 nicht gerade als das beste Auto im Feld herausgestellt hat. "Wir sind keine Million Meilen vom Potenzial des Autos weg", muss Russell einsehen und sagt, dass das Team trotz Entwicklung immer noch in der gleichen Situation sein werde, wenn man im Vergleich zur Konkurrenz nicht die doppelten oder dreifachen Fortschritte macht. "Dann sieht es so aus, als würden wir überhaupt keine Fortschritte machen."

Kubica: Kaum Erkenntnisse bei den Tests

Nach dem Rennen in Bahrain gab es für die Formel-1-Teams die Möglichkeit, zwei Tage in Sachir zu testen. Immerhin 146 Runden konnte der Rennstall mit Russell, Robert Kubica und Testpilot Nicholas Latifi absolvieren. Doch vor allem bei Kubica herrscht weiter Ernüchterung, denn er habe kaum Erkenntnisse aus den Tests ziehen können. "Wir hatten ein wenig Pech mit dem Wetter", hadert er.

Aufgrund des Regens am ersten Tag konnte der Pole nur 19 Runden absolvieren. "Das hat überhaupt nichts gebracht, außer ein paar Daten." Zwar konnte zumindest das Team durch die weiteren Runden noch einige Evaluierungen durchführen, "aber ich kenne nicht allzu viele Details darüber, wie es lief", sagt Kubica.

Er hatte gehofft, dass Williams ein paar Erkenntnisse über sein Auto bekommt. Er hatte sich beschwert, dass er und Teamkollege Russell im Grunde zwei verschiedene Autos fahren würden, obwohl beide das gleiche Set-up fahren. Bei den Tests waren die Piloten mit Kubicas Chassis unterwegs, doch schon Russell sagte, dass er bei fünf schnellen Runden, die er gefahren sei, keine Chance hatte, irgendetwas zu erkennen.

Keine reellen Vergleiche möglich

Auch Kubica selbst zweifelt, ob man irgendetwas herausfinden konnte: "Die Bedingungen waren anders und wir konnten nicht viel fahren", so der Pole. Außerdem sei Russell zwar das Chassis von Kubica, aber ansonsten mit seinen eigenen Teilen gefahren. "In den fünf Runden am Nachmittag hat sich das Auto komplett anders angefühlt als im Rennen."

"Das ist aber normal", sagt er weiter, "denn es war viel kühler und es gab nicht diesen starken Wind."

Er ist daher skeptisch, was das anstehende Rennen in China angeht. "Ich wäre überrascht, wenn wir etwas komplett anderes erwarten könnten", winkt er ab. "Hoffentlich wird es anders werden, aber wenn es besser werden sollte, dann nur aufgrund der Bedingungen und der Strecke." Nicht aufgrund des Autos.

Besserung erst in Spanien in Sicht

Wann sich für Williams etwas ändern wird, das liegt noch etwas in der Zukunft. Ein größeres Update wird frühestens für Spanien erwartet, wo traditionell alle Teams ihr Auto umfangreich verbessern. "Natürlich versucht jedes Team so schnell wie möglich ein Upgrade zu bringen", sagt Russell. "Aber für uns ändert es nicht viel. Jeder hat seinen Zeitplan, und man kann nicht innerhalb von einer Woche einen Frontflügel erschaffen, für den man sonst vielleicht acht Wochen braucht."

Zudem seien es zwei unterschiedliche Paar Schuhe, die Probleme von Williams zu erkennen und sie zu lösen. "Jeder arbeitet unermüdlich, um die Probleme zu überstehen, aber wir müssen jetzt geduldig sei und sehen, wie es weitergeht", sagt der Brite.

Zumindest Patrick Head sorgt für Schub

Zuletzt machte Williams Schlagzeilen damit, dass ein großer Name dabei helfen soll, die Talfahrt des Traditionsteams zu beenden. Teamgründer Patrick Head kehrt nach sieben Jahren zurück, um in beratender Funktion an der Seite zu stehen. "Das ist großartig für das Team und sollte uns allen ein großer Schub sein", freut sich Russell über die Nachrichten.

Zunächst sammelt Head aber Informationen, um das Gesamtbild zu verstehen: "Er hat nicht nur mit mir selbst und Robert gesprochen, sondern auch mit einigen Leuten aus der Fabrik - aus allen Bereichen", so Russell. Kubica hingegen verneint, dass Head mit ihm persönlich gesprochen habe: "Wir haben ein paar Emails ausgetauscht, aber ich habe nicht mit ihm geredet", stellt er klar.

Patrick Head

Kann Patrick Head den Fall von Williams aufhalten?

Ob Head wirklich die Lösung ist, da ist der Pole zwiegespalten: "Er ist ein großer Teil der Williams-Geschichte und ein echter Racer, was uns nur helfen kann", sagt er, "aber es ist wohl keine Frage von Wochen, sondern von Monaten. Er kann uns guten Input geben, trotzdem wird er nicht alles alleine bewerkstelligen können."

Der 72-Jährige wird an diesem Wochenende auch in Schanghai sein, um weitere Eindrücke zu sammeln. Auch Russell ist klar, dass Head nur ein Teil eines Puzzles ist, in dem alle Teile ineinandergreifen müssen. Trotzdem sieht er es als positives Signal: "In solchen schwierigen Zeiten ist es toll, jemanden wie Patrick zurück im Paddock und bei Williams zu haben."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Event Schanghai
Autor Norman Fischer
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