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"Machtlos": Lüthi erlebt "Desaster"-Wochenende in Misano

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"Machtlos": Lüthi erlebt "Desaster"-Wochenende in Misano
Autor:
Co-Autor: Gerald Dirnbeck
11.09.2018, 11:26

Marc-VDS-Rookie Tom Lüthi fällt es schwer, nach Platz 22 in Misano das Licht am Ende des Tunnels zu sehen - Honda reagiert empfindlich auf kleinste Änderungen

Tom Lüthi erlebte in Misano erneut ein glanzloses Rennen, das er als letzter nicht überrundeter Fahrer auf Rang 22 beendete. Der Schweizer wirkte danach ratlos wie nie zuvor in seiner Rookie-Saison. Mit der Honda von Marc VDS sei er "machtlos" gewesen, das Bike sei in den 27 Rennrunden unfahrbar gewesen. Deshalb fehlte dem Moto2-Vizemeister des Vorjahres im Ziel über eine Minute auf Sieger Andrea Dovizioso.

"Es ist ein Desaster. Das brauchen wir nicht schönreden. Es ist ein absolutes Desaster", muss Lüthi nach dem Grand Prix von San Marino zugeben. "Wir haben Mühe gehabt übers Wochenende, dann habe ich viel ausprobiert. Ich habe einen mutigen Schritt vom Warm-up zum Rennen gemacht - und es hat überhaupt nicht funktioniert. Das war dann ein komplett anderes Motorrad, hat mit dem Set-up zu tun gehabt", erklärt er.

Der Schritt ging in die falsche Richtung. "Es war so schon schwierig, ich lag weit hinten im Starterfeld. Es gab nicht viel zu verlieren. Dann sind wir zurückgegangen zu dem, was wir beim Test schon hatten. Es war also kein Schuss ins Blaue, aber es hat hinten und vorne nicht funktioniert." Deshalb ist Lüthi auch so enttäuscht, denn bei den Tests vor wenigen Wochen hatte er kein so schlechtes Gefühl auf der Honda.

"Konnte nichts ausrichten und war nur Passagier"

"Sogar auf dem harten Reifen bin ich um einiges bessere Zeiten gefahren. Und jetzt war ich einfach aufgeschmissen." Aber wo liegen die größten Probleme? "Ich weiß nur, dass das Motorrad extrem anfällig ist bei Temperaturveränderungen und beim Griplevel. Das wirft uns jedes Mal komplett aus der Bahn und das ist das Problem."

Von Anfang an habe das Motorrad auf dem World Circuit Marco Simoncelli nicht richtig funktioniert. Ein Blick auf die Ergebnislisten der Trainings zeigt: Lüthi schaffte es kein einziges Mal in die Top 20. Teamkollege Franco Morbidelli holte sich im Rennen auf Rang zwölf hingegen vier WM-Punkte.

"Ich bin in die Kurven eingebogen, und das Vorderrad hatte überhaupt keine Stabilität. Am Hinterrad hatte ich überhaupt keinen Grip gefunden. Es war nahezu unfahrbar. Ich konnte nichts ausrichten und war nur Passagier. Das ist wirklich frustrierend. Ich war machtlos. Ich habe versucht, anders zu fahren. Ich habe die Elektronik umgestellt, aber es ging nicht." Er habe das Bike einfach nicht "um die Ecken bekommen".

Wo ist das Licht am Ende des Tunnels?

Lüthi weiß bereits, dass er nur noch sechs Mal in der MotoGP antreten wird, bevor er 2019 Teamkollege von Marcel Schrötter in der Moto2 wird. Wie möchte er das letzte Saisondrittel in Angriff nehmen? "Es wird schwierig, aber ich hoffe natürlich, dass es auf einer anderen Strecke besser funktioniert. Jetzt müssen wir auf Aragon schauen. Aber die Probleme waren so riesig, das ist natürlich jetzt schwer, in diesem Moment nach dem Rennen ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Das gebe ich zu."

Zunächst wird Lüthi die Pause bis zum Rennen in Spanien nützen, um das Misano-Wochenende so schnell wie möglich zu vergessen. "Dann werden wir wieder von vorne loslegen. Ich gebe den Jungs gutes Feedback in der Box, und sage, was Sache ist und wo wir anpacken müssen. Dann hoffe ich natürlich, dass alle sich noch einmal zusammenraufen und dass wir das zusammen angehen. Das ist mir schon wichtig." Schließlich möchte Lüthi bald seinen ersten WM-Punkt einfahren.

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Autor Maria Reyer