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MotoGP Mugello 2018: Erster Ducati-Sieg für Jorge Lorenzo

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MotoGP Mugello 2018: Erster Ducati-Sieg für Jorge Lorenzo
Sebastian Fränzschky
Autor: Sebastian Fränzschky
03.06.2018, 12:45

Jorge Lorenzo gewinnt in Mugello sein erstes MotoGP-Rennen für Ducati - Valentino Rossi als Dritter auf dem Podium - Marc Marquez crasht.

1. Jorge Lorenzo, Ducati Team
Podium: 1. Jorge Lorenzo, 2. Andrea Dovizioso, 3. Valentino Rossi
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Marc Marquez, Repsol Honda Team
1. Jorge Lorenzo, Ducati Team
Jorge Lorenzo, Ducati Team
Andrea Dovizioso, Ducati Team
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing
Andrea Iannone, Team Suzuki MotoGP
Alex Rins, Team Suzuki MotoGP
Cal Crutchlow, Team LCR Honda
Danilo Petrucci, Pramac Racing with special Lamborghini livery
Maverick Viñales, Yamaha Factory Racing
Alvaro Bautista, Angel Nieto Team
Johann Zarco, Monster Yamaha Tech 3
Pol Espargaro, Red Bull KTM Factory Racing
Hafizh Syahrin, Monster Yamaha Tech 3
Tito Rabat, Avintia Racing
Bradley Smith, Red Bull KTM Factory Racing
Franco Morbidelli, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Marc Marquez, Repsol Honda Team
Thomas Luthi, Estrella Galicia 0,0 Marc VDS
Dani Pedrosa, Repsol Honda Team
Valentino Rossi, Yamaha Factory Racing, Marc Marquez, Repsol Honda Team

Italienische Party in Mugello: Ducati durfte sich beim Heimrennen über einen Doppelsieg freuen. Jorge Lorenzo sicherte sich seinen ersten Sieg als Ducati-Pilot. Er kam mit 6,370 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Andrea Dovizioso ins Ziel. Der am Freitag schwer gestürzte Ducati-Testpilot Michele Pirro beobachtete den Ducati-Doppelerfolg aus der Box. Platz drei ging an Publikumsliebling Valentino Rossi (Yamaha), der dank der 16 Punkte Platz zwei in der Fahrerwertung übernahm. Weltmeister Marc Marquez stürzte und kam nur als 16. ins Ziel.

Fotos: MotoGP in Mugello

Ergebnisse: MotoGP in Mugello

Den besten Start erwischte Lorenzo, der als Führender in Kurve 1 bog. Dahinter übernahm Rossi Platz zwei. Marquez ging in Kurve 2 sehr aggressiv zu Werke und schob Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) von der Linie. Die Honda-Piloten Dani Pedrosa und Takaaki Nakagami sowie Scott Redding (Aprilia) und Karel Abraham (Angel-Nieto-Ducati) stürzten bereits in der ersten Runde. In Runde zwei erwischte es Jack Miller (Pramac-Ducati) und Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda). Somit waren nach eineinhalb Runden schon sechs Fahrer aus dem Rennen.

Lorenzo behauptete sich an der Spitze. Dahinter musste Rossi den zweiten Platz an Marquez abtreten und geriet unter Druck von Andrea Iannone (Suzuki). Die Top 4 setzten sich leicht ab. Dahinter fuhr Andrea Dovizioso vor Alex Rins (Suzuki), Danilo Petrucci, Cal Crutchlow (LCR-Honda), Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) und Maverick Vinales (Yamaha). Dovizioso konnte die Lücke zu den Top 4 nach wenigen Umläufen schließen.

Früher Sturz von Marquez

In Runde sechs rutschte Marquez in Kurve 10 in den Kies und war somit raus aus dem Kampf um den Sieg. Der Spanier setzte das Rennen fort, musste sich aber auf der 18. Position einsortieren. Damit war Crutchlow als Siebter bester Honda-Pilot.

Die Spitzengruppe war nun sechs Fahrer stark. Lorenzo gab das Tempo vor. Dahinter folgten Rossi, Dovizioso, Iannone, Petrucci und Rins. In Runde sieben ging Dovizioso mit einem souveränen Manöver an Rossi vorbei. Die beiden Werks-Ducatis führten den Italien-Grand-Prix an.

Rossi verlor zu Beginn der achten Runde eine weitere Position. Landsmann Iannone profitierte in Kurve 1 von einem Fehler des "Doktors", der zu spät bremste. Rossi tat sich schwer, das Tempo der Fahrer vor ihm mitzugehen. Seine Yamaha-Markenkollegen Johann Zarco und Maverick Vinales fuhren zu diesem Zeitpunkt des Rennens auf den Positionen acht und neun.

Lorenzo hatte bereits eine Lücke von einer Sekunde auf Dovizioso herausgefahren. "Dovi" schien sich seine Kräfte einzuteilen und auf die Schlussphase zu hoffen, in der Lorenzo bei den vergangenen Rennen oft viel Zeit verlor. Zu Iannone auf Platz drei hatte Dovizioso einige Zehntelsekunden Vorsprung. Rossi musste die Top 3 ziehen lassen und geriet unter Druck von Petrucci.

Marquez fuhr mit der lädierten Honda beinahe so schnell wie die Spitze und kam näher an die Fahrer vor ihm heran. Punkte waren für den Weltmeister noch nicht außer Reichweite. Marquez umrundete den Kurs zwei Sekunden schneller als Xavier Simeon (Avintia-Ducati) vor ihm. Der Belgier war leichte Beute für den MotoGP-Weltmeister.

Lorenzo eine Klasse für sich

Bei etwa 30°C und einer Asphalttemperatur von über 50°C waren die Reifen extremen Belastungen ausgesetzt. Die Top 3 wurden mit den Runden immer weiter auseinandergezogen. Iannone musste Dovizioso ziehen lassen und wurde in der zwölften Runde erneut von Rossi überholt. Petrucci profitierte von einem Fehler von Rossi und ging an Iannone und Rossi vorbei auf die dritte Position. Damit fuhren drei Ducatis auf den ersten drei Positionen.

Iannone verlor weiter an Boden und musste sich Rossi und auch Teamkollege Rins geschlagen geben. Er rutschte aus den Top 5 und war nur noch Sechster. Offensichtlich hatte Iannone die Reifen in den ersten Runden zu stark gefordert. Rins wirkte zu diesem Zeitpunkt deutlich stärker als Iannone. Der Spanier setzte sich gegen Rossi durch und sah Petrucci direkt vor sich.

An der Spitze verwaltete Lorenzo seinen Vorsprung. Dovizioso musste sich geschlagen geben und fuhr 2,5 Sekunden hinter seinem Teamkollegen auf der zweiten Position. Der Kampf um Platz drei war noch nicht entschieden. Sechs Runden vor Rennende überraschte Rossi seinen Landsmann Petrucci und brachte ihn aus der Ruhe. Iannone hatte sich rehabilitiert und zog ebenfalls vorbei. Von hinten stürmten Maverick Vinales und Alvaro Bautista heran. Die Gruppe um Platz drei war nun sieben Fahrer stark.

Rossi auf dem Podium

Rossi zog in den finalen Runden das Tempo an und hatte gute Chancen auf ein Podium beim Heim-Grand-Prix. Doch Iannone gab sich noch nicht geschlagen. Die Verfolger mussten abreißen lassen. An der Spitze waren die Positionen bezogen. Dovizioso fuhr beinahe eine Sekunde langsamer pro Runde als Lorenzo, der seinem ersten Sieg mit der Ducati entgegen fuhr.

Die Fans in Italien schauten gespannt auf das italienische Duell um Platz drei. Zwei Runden vor Rennende verschätzte sich Iannone in Kurve 1 und ermöglichte Rins den Anschluss. Aus dem Zweikampf wurde ein Dreikampf. Rossi ließ sich Platz drei aber nicht mehr nehmen und stieg zum dritten Mal in der laufenden Saison aufs Podium. Im Ziel kam Rossi bis auf 0,259 Sekunden an Dovizioso heran, der in den letzten Runden viel Zeit verlor.

Der Sieg von Jorge Lorenzo war ungefährdet. Zum ersten Mal seit dem Saisonfinale 2016 stieg der Spanier als Sieger aufs Podium. Mehr als sechs Sekunden Vorsprung fuhr der dreifache MotoGP-Champion auf Teamkollege Dovizioso heraus, der in den letzten Runden spürbar langsamer wurde.

Lorenzo führt Ducati-Doppelerfolg an

"Viele Leute haben gesagt, dass ich mental nicht richtig eingestellt sei. Ich habe aber gesagt, dass ich nur mehr Selbstvertrauen brauche und schonender fahren müsse", kommentiert Lorenzo. Im Parc Ferme wirkte der Spanier extrem erleichtert. "Das Team hat mir den neuen Tank gegeben, damit habe ich mich sofort wohler gefühlt. Schon am Freitag habe ich gesagt, dass ich eine konstantere Pace fahren könne. Und heute konnte mich niemand einholen und ich habe gewonnen. Das ist ein Traum, hier mit der Ducati zu gewinnen."

Lorenzo fuhr das Rennen in Mugello mit dem Medium-Vorderreifen und dem weichen Hinterreifen. Das war offensichtlich die richtige Reifenwahl für die Ducati Desmosedici. Dovizioso ärgerte sich, dass er auf Grund der hohen Temperaturen den harten Vorderreifen auswählte. Das verhinderte eine Wiederholung des Vorjahressieges.

"Ich bin nicht zu hundert Prozent zufrieden", gesteht Dovizioso. "Ich denke, dass wir die falsche Entscheidung beim Vorderreifen getroffen haben. Ich habe gesehen, wie Valentino die Front fast dreimal vor mir verlor. Ich konnte nicht pushen von Beginn an. Ich glaube, dass Vale und ich die falsche Entscheidung getroffen haben. Ich konnte an Jorge nicht dran bleiben. Er ist ein perfektes Rennen gefahren."

"Am Ende ging auch noch der Hinterreifen ein. Dieses Wochenende war sehr schwierig für uns, und am Ende gehen wir mit 20 Punkten nach Hause. Das ist auch nicht so schlecht für die Weltmeisterschaft. Ich möchte mich bei Ducati bedanken, weil ein Doppelerfolg in Mugello toll ist und uns die Power auf der Geraden geholfen hat", so "Dovi".

Rossi jetzt WM-Zweiter

Rossi setzte wie Dovizioso auf den harten Vorderreifen. Der Yamaha-Pilot war laut eigenen Aussagen gezwungen, diesen Reifen zu verwenden, um die Renndistanz zu überstehen. Hinten setzte Rossi auf die Medium-Reifen und war somit vorne und hinten jeweils eine Mischung härter bereift als Sieger Lorenzo.

"Ich bin so glücklich. Das war ein so schwieriges Rennen heute", bemerkt Rossi. "Wir mussten mit dem harten Reifen fahren und wussten, dass das schwierig wird. Vor allem die Front bereitete mir Schwierigkeiten. Dennoch war es am Ende die richtige Entscheidung, weil die anderen Fahrer mit den weicheren Reifen im zweiten Rennabschnitt mehr Probleme hatten mit der rechten Flanke."

"Daher konnte ich pushen. Am Ende hat mir Iannone noch ordentlich Druck gemacht. Ich musste mein Maximum geben. Aber ich bin Dritter geworden. Das war mein Ziel, hier in Mugello auf dem Podium zu stehen", zieht Rossi Bilanz. In der WM machte der 39-Jährige einen gewaltigen Sprung. Er reist als WM-Zweiter zum Katalonien-Grand-Prix nach Barcelona, der in zwei Wochen stattfindet.

Marquez' Vorsprung in der Fahrerwertung schrumpfte durch den Nuller beim Italien-Grand-Prix auf 23 Punkte. Die Yamaha-Werkspiloten Rossi und Vinales sind die ersten Verfolger des Titelverteidigers. Dovizioso und Zarco folgen auf den Positionen vier und fünf.

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Artikel-Info

Rennserie MotoGP
Event Italian GP
Fahrer Jorge Lorenzo
Teams Ducati Team
Autor Sebastian Fränzschky
Artikelsorte Rennbericht