WEC-Einstufung schlechter als in Daytona: BMW bleibt gelassen

Langsamer als in Daytona: Die Einstufung der BMW M8 GTE in der WEC sieht auf den ersten Blick nicht gut aus - Warum Jens Marquardt trotzdem keine Sorgen hat

Das leidige Thema Balance of Performance, um das es in der vergangenen Saison erstaunlich ruhig war (was bedeutet, dass ein guter Job gemacht wurde), ist vor dem Saisonstart der WEC-"Supersaison" 2018/19 wieder ein großes Thema. Mit dem BMW M8 GTE und dem neuen Aston Martin Vantage müssen gleich zwei neue Boliden in das BoP-Fenster gebracht werden. Und gerade BMW ist nach dem IMSA-Auftakt bereits ein gebranntes Kind.

In Daytona fuhren die Boliden noch so heftig hinterher, dass der Münchner Hersteller extra eine Pressemitteilung aussandte, in der man die IMSA zu BoP-Maßnahmen drang. Bei den 12 Stunden von Sebring waren die Boliden dann siegfähig und bekamen für Long Beach wieder weniger Ladedruck, womit sie erneut hinterherfuhren. Diese drei Rennen zeigen, wie schwierig es sein kann, ein neues GTE-Fahrzeug ins Schema einzufügen.

In der WEC lastet zusätzlicher Druck auf den Technischen Kommissaren: Aufgrund der automatischen BoP muss das anfängliche Balancing genau sitzen. Ansonsten kann man einem Hersteller gleich die ganze Saison versauen. Und der BMW steht noch schlechter da als in Daytona, allerdings sind auch die anderen Fahrzeuge leistungsärmer und zum Teil schwerer als in der IMSA SportsCar Championship.

BMW-Motorsportchef Jens Marquardt bleibt daher relativ gelassen: "Alle Autos sind anders eingestuft (als in Daytona; Anm. d. Red.), deshalb müssen wir sehen, wie es sich ausgeht. Wir müssen die Einstufung erst einmal akzeptieren." Wie Frank-Steffen Walliser von Porsche verweist auch 50-Jährige darauf, dass die Anfangs-BoP stimmen muss, damit das Gesamtsystem der automatisierten Balance of Performance in der GTE Pro funktioniert.

 

Jens Marquardt, BMW Motorsport Director
Jens Marquardt, BMW Motorsport Director

Foto Alexander Trienitz

"Wenn man zu Beginn daneben liegt, dann kommt jedes System an seine Grenzen. Deshalb hatten wir schon in Daytona darauf aufmerksam gemacht, dass die Einstufung unseres Erachtens ein bisschen daneben lag. Ich denke aber, dass es gut war, bei den US-Rennen viele Daten zu sammeln. Wir hoffen, dass es das der WEC ermöglicht, das gesamte Feld schnellstmöglich in ein enges Fenster zu bringen. Genau das ist das, was so eine Meisterschaft braucht."

Generell befürwortet er aber ein automatisiertes System: "Die Rennen im vergangenen Jahr und die ganze Meisterschaft haben bewiesen, dass das System gut funktioniert. Wir müssen dieses Jahr nur sehen, wie es mit den neuen Autos funktioniert. Das automatisierte System hat den Vorteil, dass es manuelle Eingriffe komplett aus der Angelegenheit rausnimmt."

Genau hier wartet noch eine Schwierigkeit, denn der neue Aston Martin wird erst in Spa-Francorchamps sein erstes Rennen absolvieren. Jens Marquardt erlaubt sich darauf angesprochen allerdings kein Urteil: "Schwer zu sagen, weil man nur über sein eigenes Auto sprechen kann. Wir müssen uns auf unseren eigenen Job konzentrieren und unser Paket optimieren. Der Rest liegt nicht in unserer Hand."

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Über diesen Artikel
Rennserien WEC
Veranstaltung 6h Spa
Rennstrecke Spa-Francorchamps
Teams BMW Team MTEK
Artikelsorte News
Tags balance of performance, bmw m8 gte, bop, wec 2018/19