Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb: Die Ziel ist erreicht

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Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb: Die Ziel ist erreicht
Autor: Emmanuel Rolland
Übersetzung: Markus Lüttgens
22.12.2017, 09:02

Die Wiedergeburt einer Rallye-Legende - Teil 5: Sebastien Loeb liefert bei der ersten Rallye mit dem neu aufgebauten Peugeot 306 Maxi eine tolle Show ab.

Nach vielen Wochen der hektischen Vorbereitung (lesen Sie in Teil 4 wie der letzte Test verlief) durch Sebastien-Loeb-Racing ist es endlich soweit: Der Peugeot 306 Maxi stellt sich der Stoppuhr und dem Wettbewerb. Sebastien Loeb und Daniel Elena wollen bei der Rallye du Var vor allem Spaß haben, aber die neunmaligen Rallye-Weltmeister wissen auch, dass es ihnen die besten Fahrer der französischen Meisterschaft in ihren aktuellen WRC- und R5-Autos nicht einfach machen werden.

"Wir wussten, dass das Auto schnell ist", sagt SLR-Mitgründer Dominique Heintz im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Man darf nicht vergessen, dass es der Peugeot 306 Maxi Ende der 1990er-, Anfang der 2000er-Jahre mit den WRC-Autos aufgenommen hat. Seitdem sind diese viel besser geworden, aber wir waren gespannt, wie er sich gegen die Teilnehmer der französischen Meisterschaft in ihren aktuellen Autos schlagen wird."

Sébastien Loeb, Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi

"Wir waren diesbezüglich recht zuversichtlich, aber eine gewisse Unsicherheit spielte dennoch mit. Wir wussten auch, dass Daniel und Seb immer motiviert sind und sich akribisch vorbereitet haben. Und bei den Prüfungen, bei denen sie das Auto nicht auf dem falschen Fuß erwischte, waren sie in der Tat konstant schnell."

"Zuerst wollten wir einfach nur Spaß haben und alle glücklich machen: Sowohl die Zuschauer als auch die Teammitglieder, die in den vergangenen Wochen unermüdlich an diesem Projekt gearbeitet hatten. Dann aber sahen wir rasch, dass die sportliche Entwicklung die Erwartungen von Zuschauern und Medien übertraf. Ab dann war die Rallye du Var für uns wie ein WRC-Lauf", lacht Heintz.

Loeb und Elena waren vom Start weg konkurrenzfähig und nisteten sich im Vorderfeld ein, das zunächst von David Salanon in seinem Ford Fiesta WRC dominiert wurde, ehe Matthieu Arzeno mit seinem Skoda Fabia R5 die Spitze übernahm. Nach der vierten Wertungsprüfung am Freitagabend hatten Loeb und Elena als Dritte nur 4,5 Sekunden Rückstand auf Arzeno.

Sébastien Loeb, Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi

"Unter bestimmten Bedingungen war der Peugeot 306 Maxi gegenüber seinen Rivalen im Nachteil. Beispielsweise am Samstag auf den holprigen Straßen", erklärt Heintz. "Gegen die allradangetriebenen WRC-Autos mit ihren modernen Fahrwerken hat sich unsere Oma schwer getan."

Zwar war der 306 von SLR bei der ersten WP am Samstag noch die Bestzeit gefahren, verlor dann aber bei der neunten WP auf den holprigen Straßen von Pignans mehr als 15 Sekunden, während David Salanon mit seinem Fiesta WRC erneut die Führung übernahm. Nach dem zweiten Tag lag Loeb 16,7 Sekunden hinter der Spitze und hatte das feste Ziel, am Sonntag zurückzuschlagen.

"Vor dem letzten Tag waren wir optimistisch", sagt Heintz. "Seb war fest entschlossen, David Salanon einzuholen. Zwei Prüfungen vor dem Ende war sein Rückstand nur noch sehr gering, und wir hatten die Hoffnung auf ein spannendes Finale, bei dem jede Zehntelsekunde entscheidend sein könnte. Leider hatte das Auto aber andere Vorstellungen."

Sébastien Loeb, Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi

Bei WP11 hatte Loeb drei Zehntel verloren, doch bei WP12 holte er sich neun Sekunden zurück. Zwei Prüfungen vor dem Ende lag der Peugeot 306 Maxi nur noch 4,9 Sekunden hinter der Spitze. Doch dann ging der Motor hoch, die Fahrt war vorbei. Loeb und Elena mussten aufgeben, Salanon feierte einen verdienten Sieg.

"So ist der Motorsport. Solche Probleme sind wir heute kaum mehr gewohnt, aber vor 20 Jahren war das noch an der Tagesordnung. Damals waren die Autos nicht so standfest", sagt Heintz. "Wir hatten trotzdem jede Menge Spaß mit dem Auto. Sebastien hat es auch sehr gut gefallen, vor allem dieser intensive Kampf gegen die Talente aus der französischen Meisterschaft, die nicht zurückgesteckt haben."

Sébastien Loeb, Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi

Nach intensiven Wochen der Vorbereitung, in denen das Auto in der Werkstatt von Sebastien-Loeb-Racing komplett zerlegt und anschließend neu aufgebaut wurde, ist die Stimmung dennoch positiv. Heintz und SLR sind bereit für weitere Einsätze.

"Wir wollten dieses Auto neu aufbauen, damit das Team sein Know-how unter Beweis stellen kann. Das ist uns in den verschiedenen Phasen des Projekts hervorragend gelungen. Aus dieser Perspektive war es ein voller Erfolg. Wir würden gerne weiter in diese Richtung arbeiten", so Heintz.

Sébastien Loeb, Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi

Der Peugeot 306 Maxi hat seine Rolle erfüllt und Zuschauer und Rallyefans begeistert - und wird früher oder später wieder auf die Straße zurückkehren. "Wir sind mit diesem fantastischen Auto in der Zeit zurückgereist. Sein einzigartiger Motorensound ist rund um Var erklungen. Wir werden dieses Auto wiedersehen", verspricht Heintz.

"Es ist noch nichts konkretes geplant und hängt von Sebs Terminkalender ab, aber sobald wie möglich wollen wir wieder an so einer Rallye teilnehmen. Es ist schön, wenn Seb so eng mit den Jungs von Sebastien-Loeb-Racing zusammenarbeiten kann, und zwar nicht nur als Boss, sondern auch als Fahrer. Dieses Erlebnis wollen wir wiederholen."

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Autor Emmanuel Rolland
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