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Zweite Chance: Läuft es für Perez bei Red Bull besser als bei McLaren?

Sergio Perez scheiterte 2013 bei McLaren beim ersten Anlauf in einem Formel-1-Topteam - Ein Wegbegleiter erinnert sich, worüber Perez damals stolperte

Zweite Chance: Läuft es für Perez bei Red Bull besser als bei McLaren?

Sergio Perez bekommt in der Formel-1-Saison 2021 zum zweiten Mal in seiner Karriere die Chance, in einem Topteam zu fahren. Nachdem er 2013 bei McLaren eine enttäuschende Saison erlebte und den Rennstall nach nur einem Jahr wieder verlassen musste, wird er in diesem Jahr für Red Bull an den Start gehen.

Für den inzwischen 31-Jährigen dürfte es die letzte Chance sein, noch einmal für ein Topteam in der Formel 1 an den Start zu gehen. Doch wie stehen die Chancen, dass es für den Mexikaner dieses Mal besser läuft als vor acht Jahren? Im Podcast 'Starting Grid' erklärt Matt Bishop, warum Perez einst bei McLaren gescheitert ist.

"McLaren ist kein einfacher Ort", so der langjährige PR-Chef bei McLaren, der insgesamt zehn Jahre in Woking verbrachte und auch Perez' Zeit dort hautnah miterlebte. "Es war damals politisch kein einfacher Ort", sagt er und ergänzt: "Das heißt nicht, dass es kein brillantes Team ist oder war. Denn das war es und ist es vielleicht noch immer."

Für viele Fahrer sei es allerdings unter dem damaligen Boss Ron Dennis ein Umfeld gewesen, in dem sie nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen konnten. "Ich erinnere mich, dass [Giancarlo] Fisichella mir einmal sagte: 'Ich denke nicht, dass es zu mir passen würde.' Und wahrscheinlich hatte er recht", so Bishop.

Perez damals "nicht unbedingt die allererste Wahl"

"Die Fahrer, die dort aufgeblüht sind, waren meistens entweder außergewöhnlich talentiert - wie Senna - oder psychologisch extrem stark", erklärt er. Im Fall von Perez sei bereits dessen Start in Woking problematisch gewesen. "Checo Perez war damals nicht unbedingt die allererste Wahl von McLaren", erinnert sich Bishop.

Hintergrund: Perez ersetzte Lewis Hamilton, der zu Mercedes abgewandert war. "Das fühlte sich etwas wie eine Scheidung an", sagt Bishop und erinnert daran, dass McLaren zuvor Hamiltons komplette Karriere finanziert hatte. "Sie hatten alles bezahlt. Lewis und McLaren schienen damals unzertrennlich zu sein", so Bishop.

Es habe "verschiedene Fahrer" gegeben, die im Rennen um die Hamilton-Nachfolge gewesen seien. "Letztendlich entschieden wir uns für Perez. Aber es war nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war oder ob alle im Team glücklich darüber waren", erinnert sich Bishop an die Verpflichtung des Mexikaners.

Perez hatte damals lediglich zwei Saisons im vergleichsweise kleinen Sauber-Team auf dem Buckel. Dort hatte er 2012 drei Podestplätze geholt. Am reinen Speed des Mexikaners zweifelte man daher nicht. Doch Bishop erklärt: "Als er kam, da war es offensichtlich, dass er mit der Kultur bei McLaren Probleme haben würde."

Rauswurf rückblickend eine Erleichterung

Zwar sei Perez in dem Jahr "manchmal schneller" als Teamkollege und Ex-Weltmeister Jenson Button gewesen. Aber: "Er war offensichtlich nicht glücklich", verrät Bishop. Die Saison beendete Perez ohne Podestplatz, das interne Duell gegen Button verlor er mit 49:73 WM-Punkten und zur Saison 2014 verlor er sein Cockpit schon wieder.

Bei Force India startete er einen Neuanfang, und Bishop verrät, dass ihm Perez später gestanden habe, dass er über seinen Rauswurf rückblickend erleichtert gewesen sei. In einem "freundlicheren" Umfeld kehrte Perez in den folgenden Jahren zu alter Stärke zurück, holte mehrere Podestplätze und 2020 sogar seinen ersten Sieg.

2021 folgt bei Red Bull nun der zweite Anlauf in einem Topteam. Es bleibt abzuwarten, ob Perez mit der Situation und den höheren Erwartungen dieses Mal besser umgehen kann. Zur Erinnerung: Sein Vorgänger Alexander Albon brachte es nur auf 26 Rennen für die Bullen, Pierre Gasly davor sogar nur auf zwölf.

Perez selbst sagte im Vorjahr im Podcast 'Beyond the Grid' über seine Zeit bei McLaren: "Alle haben erwartet, dass ich den Titel gewinne. Dafür hatte ich aber nicht das Auto." Seine Entscheidung bereut er allerdings bis heute nicht. "Ich würde nichts ändern. Ohne das McLaren-Jahr wäre ich nicht die Person, die ich heute bin", so Perez.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Ruben Zimmermann